Neuer Mann, neues Team: Tim Stadtmüller und das JR-Racing-Team machen gemeinsame Sache in der IDM Superbike 1000: Text: Anke Wieczorek; Fotos: Ronny Lekl, Jan-Philipp Kohlmann

Er wird am 21. Februar knackige 25 Jahre alt, ist ein eingefleischter Suzuki-Fahrer und macht Ernst: Tim Stadtmüller steigt 2019 in die IDM Superbike 1000 auf. Der Maschinenbaustudent aus Winnenden fuhr zwei Jahre im Suzuki GSX-R-Cup und wurde dort zuletzt Gesamt-Vierter. Seine größten Erfolge: Podiumsplätze im belgischen Zolder, auf dem Lausitzring und beim Hockenheimring-Finale. Auf diesen Strecken wurde er jeweils Dritter in einem der beiden ausgetragenen Läufe.

JR-Racing-Teamchef Dominik Jung hatte die IDM Superbike 1000 schon lange auf dem Plan, Stadtmüller beobachtet, angesprochen und verpflichtet, obwohl dessen Jahr neben den drei Podiumsplätzen durch technische Probleme und Stürze geprägt war. „Ja, es lief vieles nicht glatt“, berichtet Stadtmüller. Nach dem dritten Platz im ersten Lauf von Hockenheim, landete er nach dem zweiten Rennen statt erneut auf dem Podest im Krankenhaus.

„Ich wollte mit viel Schwung an einem Konkurrenten vorbei, doch plötzlich bremste er in der Kurve ab und ich konnte nicht mehr ausweichen. Ich knallte ihm ins Hinterrad und er stürzte. Ich versuchte mein Bike zu halten, was mir auch kurzzeitig gelang. Plötzlich flog sein Bike durch die Luft und traf mich. Im Sturz wurde ich auch noch von meinem eigenen Motorrad getroffen.“
Resultat des Wochenendes: starke Prellungen im unteren Körper- sowie Brustbereich.

Der Leidenschaft zum Rennfahren und dem Ehrgeiz nach vorn zu kommen, hat das keinen Abbruch getan und das hat auch Dominik Jung gemerkt. 2019 wird für Stadtmüller ein Lehrjahr. Erste Punkte sind das Ziel. Eine Suzuki GSX-R 1000 von 2018 wurde neu aufgebaut, bekam ein Öhlins-Fahrwerk und jede Menge Elektronik eingepflanzt. Die Auslieferung des Modelljahres 2019 wurde vom Hersteller nach hinten verschoben. In der IDM Superbike 1000 wird Stadtmüller mit der Nummer 23 fahren. Jetzt geht es aber mit seinem Kumpel, dem Motocrosser Dennis Baudrexl, erstmal zum Hardcore-Training ins Gelände.