Die Motorsportwelt trauert. Nach einer schweren Kollision im ersten Rennen der FIM Supersport 300-Weltmeisterschaft in Portugal am vergangenen Wochenende ist der schwerverletzte Victor Steeman letzte Nacht verstorben. Der Niederländer wurde 22 Jahre alt.

Das Rennen war nach dem Zwischenfall sofort mit der roten Flagge abgebrochen und Steeman medizinisch betreut worden. Trotz aller Bemühungen konnte sein Leben nicht gerettet werden. Das Talent aus Zevenaar verstarb in Folge seiner schweren Kopf- und inneren Verletzungen im Krankenhaus in Faro. Victor Steemans Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern gilt die aufrichtige Anteilnahme der IDM-Organisation und ihrer Partner.

In einem Statement der Familie heißt es: „Etwas, wovor man sich als Elternteil eines Motorradrennfahrers immer gefürchtet hat, ist jetzt passiert. Unser Victor konnte dieses letzte Rennen nicht gewinnen. Trotz des unerträglichen Verlustes und der Trauer sind wir sehr stolz darauf, Ihnen mitteilen zu können, dass unser Held durch seinen Tod fünf andere Menschen retten konnte, indem er seine Organe spendete. Wir möchten uns bei allen für die Art und Weise bedanken, wie Sie in den letzten Tagen mit uns gefühlt. Wir werden unseren Victor sehr vermissen.“

Steeman hatte die mathematische Chance, 2022 Weltmeister in seiner Klasse zu werden. Er war als Zweiter in der Gesamtwertung nach Portugal gereist. Mit zwei Siegen hätte er den Titel sicherstellen können, vorausgesetzt, dass sein Gegner nicht punktet. Mit vier Saisonsiegen und einem weiteren dritten Platz im Vorfeld hatte er sich für den Kampf in Position gebracht.

Sprungbrett für seinen Weg in die Weltmeisterschaft war die IDM Supersport 300. Steeman gewann 2018 zwei Rennen auf KTM und er stand insgesamt acht Mal auf dem Siegerpodest. Er schloss die Saison als Gesamt-Dritter ab. Am Finale hatte er nicht mehr teilgenommen, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein Angebot aus der Weltmeisterschaft, dass er mit Blick in die Zukunft nicht ausschlagen konnte. Den Niederländer, der hervorragend die deutsche Sprache beherrschte, zog es aber auch immer wieder zurück in die IDM. 2022 zeigte er sich in Assen.