Markus Schlosser und Marcel Fries boten am Sonntag beim IDM Saisonfinale in Hockenheim ein spektakuläres Rennen und schnappten sich in der letzten Runde den Sieg. Foto: Dino Eisele, Text: Rowena Hinzmann

Mit einem breiten Grinsen unterm Helm, laut Marcel Fies, gewannen er und Markus Schlosser das zweite Rennen in der IDM Sidecar auf dem Hockenheimring. Tim Reeves und Kevin Rousseaus Pechsträhne ging weiter.

Die IDM Sidecar boten den zahlreichen Zuschauen auf den Tribünen am Sonntag eine weitere Galavorstellung. Nach dem Start flogen Pekka Päivärinta und Ilse de Haas (Bonovo Action/44 Racing/LCR F1) in Windeseile dem Feld davon, während Bennie Streuer/Kevin Kölsch (Bonovo Action Team/Adolf RS) den Druck von Markus Schlosser und Marcel Fries (Team Schlosser/LCR F1) zu spüren bekamen, die von Rang fünf aus ins Rennen gingen. Es dauerte nicht lange bis Tim Reeves und Kevin Rousseau (Bonovo Action Team/Adolf RS) ebenfalls mitmischten, die wegen des technischen Ausfalls im Sprintrennen von ganz hinten starten mussten.

Im Windschatten zog der achtfache Weltmeister an Schlosser/Fries vorbei und saß nun Bennie Streuer im Nacken. Der Niederländer versuchte sich gegen Reeves zu wehren, konnte jedoch dem Tempo und den Attacken von Reeves nicht standhalten. Nicht nur Reeves ging an ihm vorbei, auch Schlosser nutzte einen günstigen Moment und versetzte den Weltmeister auf Rang vier.

Das Duell zwischen Reeves und Schlosser im Kampf war eröffnet. Eine Attacke folgte der nächsten und Reeves tat alles, um seine zweite Position zu verteidigen. Als Markus Schlosser und Marcel Fries erneut zu einem Überholmanöver ausholten, kam im letzten Renndrittel die bittere Enttäuschung: wieder ein technisches Problem bei Reeves. Der Brite hob die Hand und fuhr zur Seite.

Die freie Fahrt nach vorn nutzte Schlosser umgehend und gab Gas. In Siebenmeilenschritten fuhren sie an Päivärinta/de Haas heran. Der Sieg war nun in Sichtweite. In der letzten Runde holten Schlosser/Fries noch einmal alles an Geschwindigkeit aus ihrem Gespann heraus, saugten sich im Windschatten heran und nutzten ihren Schwung um kurz vor Ziel an dem Finnen und seiner Beifahrerin vorbeizuziehen. Gegen die Pace des Schweizers waren die beiden mittellos. „Ich dachte einfach, ich fahre bis zum Schluss volle Kanone“, so Fries und fügte hinzu: „Ich habe fest daran geglaubt noch siegen zu können und am Ende ist alles für uns aufgegangen.“

Bennis Streuer und Kevin Kölsch wurden Dritte, gefolgt von Josef Sattler und Luca Schmidt (Bonovo Action Team/Adolf RS). Max Zimmermann und Ronja Mahl (Team Zimmermann/ Adolf RS) kamen als Fünfte übers Ziel, dahinter Janez Remse und Manfred Wechselberger (REMSE RACING | PSV WELS/ Adolf RS F1) sowie Eero Pärm und Lauri Lipstock (Pärm Racing Team/Adolf RS F1). Tim Reeves und Kevin Rousseau konnte sich noch auf Rang acht retten.

Wer den Meisterschaftstitel in diesem Jahr in der Klasse der Gespanne gewinnt, entscheidet sich am kommenden Wochenende beim Sidecar Festival in Oschersleben. Dann wird sich zeigen, ob Tim Reeves und Kevin Rousseau das Glück wieder auf ihrer Seite haben und den Rückstand von elf Punkten auf Josef Sattler und Luca Schmidt wieder aufholen können.

 

IDM Sidecar, Rennen:

  1. Markus SCHLOSSER/Marcel FRIES (CHE, Gaststarter)
  2. Pekka PÄIVÄRINTA/Ilse de HAAS (FIN/NLD)
  3. Bennie STREUER/Kevin KÖLSCH (NLD/DEU, Gaststarter)
  4. Josef SATTLER/Luca SCHMIDT (DEU)
  5. Max ZIMMERMANN/Ronja MAHL (DEU)
  6. Janez REMSÉ/Manfred WECHSELBERGER (SLO/AUT)
  7. Eero PÄRM/Lauri LIPSTOK (EST)
  8. Tim REEVES/Kevin ROUSSEAU (GBR/FRA)
  9. Wiggert KRANENBURG/Jermaine VAN MIDDEGAAL (NLD)
  10. Peter KIMESWENGER/Ondrej SEDLACEK (AUT/CZE)