Max Enderlein hat vorzeitig den Titel in der IDM Supersport gewonnen. Was die Zukunft bringt, ist derzeit ungewiss, doch der 25-Jährige hat Wünsche. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Er ist zum dritten Mal Meister in der Supersport-Klasse. Seine Titel holte Max Enderlein in den Jahren 2018, 2019 und 2022. Immer auf Yamaha. Dabei blieb der 25-jährige Sachse realistisch. Aber einen Wunsch hätte er dann doch: den Aufstieg in die IDM Superbike.

Herzlichen Glückwunsch zum Meistertitel. Wie fühlst Du Dich?
„Hinter mir liegt eine unglaubliche Woche. Zuerst habe ich meine Master Thesis abgegeben, an welcher ich etwa sechs Monate gearbeitet habe. Kurz danach folgte dann der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft. Eine Woche zum Einrahmen….“

Was ist Dir bei der Zieldurchfahrt durch den Kopf gegangen?
„Mir ist echt eine große Last abgefallen, denn ich hatte Probleme mit einer rutschenden Kupplung und ich dachte schon, dass der Lauf eine Nullnummer wird. Zum Glück ist es anders gekommen.“

Hast Du Dich auf dem Red Bull Ring zurückgehalten?
„Ich habe in den Zweikämpfen nicht viel riskiert, das stimmt.“

 

Du hast Dein eigenes Team gegründet. Haben sich Deine Erwartungen erfüllt?
„Die letzten zwei Jahre mit dem eigenen Team waren wirklich super. Wir haben uns dieses Jahr als Mannschaft auf und neben der Strecke noch einmal stark verbessert, sind zusammengewachsen. Wir haben es geschafft, das erfolgreichste Yamaha Team der aktuellen IDM-Saison zu sein. Vergleiche ich unser Budget mit anderen Teams aus der IDM Supersport und Superbike, fällt es mir bei allem Respekt oftmals schwer, mein Grinsen zu verbergen. Darauf können wir mächtig stolz sein. Vielen Dank an Jan-Ole’s und meine Eltern, William, Christian und Markus, unsere Unterstützer und Sponsoren.“

Der vorherige Meister Patrick Hobelsberger ist in die Supersport-WM aufgestiegen. Was läuft bei Dir?
„Ich weiß ehrlich gesagt noch gar nicht, wie es bei mir weiter geht. Ich werde ab Oktober meine berufliche Laufbahn im Consulting beginnen und kann aktuell noch nicht abschätzen, wie viel Zeit nächstes Jahr überhaupt für das Motorradfahren bleibt. Ich gebe zu, dass ich dann gerne ein Superbike fahren würde, da es viel besser zu meinem Fahrstil passt als das kleine Motorrad. Der Weg von „Pax“ Hobelsberger bleibt für mich aus finanziellen Gründen nur eine Traumvorstellung. Aber auch die Superbike-Klasse ist für mich nur mit Hilfe eines Herstellers oder Teams umsetzbar.“

 

Du bist gerade in Norwegen. Was machst Du dort?
„Vor dem IDM-Finale in Hockenheim bin ich mit meiner Freundin in den Urlaub gefahren. Die Landschaft in Norwegen ist unglaublich schön und beruhigend.“