Ziel erreicht: Max Enderlein musste auf dem Red Bull Ring nicht gewinnen. Es reichte, mit dem Köpfchen zu fahren. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Vier Runden waren absolviert, Melvin van der Voort (Team SWPN) lag in Führung vor Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Patrick Hobelsberger, als die rote Flagge geschwenkt wurde: Rennabbruch. Micky Winkler war Ende der Start- und Zielgeraden nicht in die erste Kurve eingebogen, sondern wegen Bremsproblemen geradeaus gefahren und über die Begrenzung gestürzt. Der 20-jährige Fahrer von Kawasaki Weber-Motos Racing wurde medizinisch versorgt. Er erlitt nach Aussagen seines Teamchefs Emil Weber eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Knie.

Das Rennen wurde neu gestartet und auf sechs Runden gekürzt. Diesmal schoss Kofler wie ein Blitz an die Spitze, wurde aber genauso schnell von van der Voort eingeholt. Titelfavorit Max Enderlein (M32 Racing), der sich vorzeitig die IDM-Krone sichern konnte, hielt sich zurück. Nachdem er im ersten Anlauf schon in der Spitzengruppe fehlte, war zu erwarten, dass er nach dem Re-Start weiter vorn zu sehen ist, aber es geschah nichts dergleichen. Er tauchte als Achter auf. Hobelsberger konnte in der dritten Runde die Führungsrolle übernehmen, aber nicht wie im ersten Rennen am Vormittag einfach wegfahren. Kleine 0,329 Sekunden trennten den Sieger nach sechs Runden vom Zweitplatzierten. Das war aber nicht Melvin van der Voort. Der Niederländer musste nämlich seinen Landsmann Twan Smits vorbeilassen, der sich kontinuierlich nach vorn gearbeitet hatte.

Enderlein wiederum machte Zentimeter um Zentimeter auf Luca de Vleeschauwer gut, der ihn als einziger Konkurrent am Titelgewinn hindern konnte. Der Sachse ging aber auf Nummer Sicher und legte sich aber nicht mehr ernsthaft mit dem Belgier an, der einen Platz vor ihm ins Ziel kam. Der Kopf hatte über das Racerherz gesiegt und Enderlein zum dritten IDM Supersport-Titel seiner Karriere geführt. Lukas „Trauti“ Trautmann hatte als Siebter alles von hinten verfolgt.

IDM Supersport, 2. Lauf:

1. Patrick HOBELSBERGER (DEU) Yamaha
2. Twan SMITS (NLD) Yamaha
3. Melvin VAN DER VOORT (NLD) Yamaha
4. Andreas KOFLER (AUT) Kawasaki
5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL) Kawasaki
6. Max ENDERLEIN (DEU) Yamaha
7. Lukas TRAUTMANN (AUT) Yamaha
8. Yves STADELMANN (CHE) Yamaha
9. Milan MERCKELBAGH (NLD) Yamaha
10. Koen MEUFFELS (NLD) Yamaha