Ja, wo bleiben sie denn? Max Enderlein hat in der Supersportwertung bereits 56 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

In der IDM Supersport ging es heute zwischen den 21 Fahrern auf dem Schleizer Dreieck im zweiten Qualifying noch einmal richtig zur Sache. Nun sind die Fronten um die Startplätze für morgigen Rennen geklärt.

An der Spitze änderte sich nichts. Die Yamaha-Fahrer Max Enderlein, Jan-Ole Jähnig (beide M32 Racing) und Twan Smits (Team Apreco) werden die erste Startreihe bevölkern. Die beiden Deutschen und der Niederländer hatten ihre schnellste Zeit jeweils im ersten Qualifying erreicht. Melvin van der Voort verteidigte seinen vierten Platz. Christoph Beinlich (Roto-Store BRT Vitori) jedoch wurde von Luca de Vleeschauwer, dem besten Kawasaki-Fahrer im Feld, vom fünften Rang verdrängt. Der Belgier hatte sich im zweiten Qualifying noch um fast zwei Zehntelsekunden verbessern können. Beinlich verlor aber nur einen Platz. Als nunmehr Sechster steht er morgen trotzdem in der zweiten Startreihe.

Sein bestes Quali-Ergebnis erreichte der Schleizer Philipp Stich (PS13 Racing): Startplatz 14 für den 33-jährigen selbstständigen Zimmerermeister, der im vergangenen Jahr noch in der bis dahin ausgetragenen Superstock-Klasse fuhr. Der ehemalige Leichtathlet wohnt so nah an der Strecke wie sonst niemand aus dem Fahrerlager. Wenn er zu Hause seine Garage öffnet, steht er mitten auf dem Veranstaltungsgelände.

Stich ist glücklich, sein Heimrennen überhaupt bestreiten zu können. Beim letzten IDM-Wochenende im tschechischen Most war der Thüringer mit seiner Yamaha in die Streckenbegrenzung geknallt. „Die Yamaha war Kernschrott, da ging nichts mehr“, erzählt der Lokalmatador und sagt weiter: „In zwei Wochen haben wir ein neues Motorrad aufgebaut samt neuem Motor.“ Aber auch auf seiner Heimstrecke kam er nicht weit. Erneut wurde das erste freie Training ein Desaster. „Hinten hat es plötzlich geraucht und ich habe die schwarze Flagge zum Rausfahren gezeigt bekommen. Die Yamaha war voller Öl.“ Es stellte sich heraus, dass zwei Ventildeckelschrauben nicht voll angezogen waren und sich weiter gelöst hatten. Bis zum zweiten freien Training war das Problem an der YZF-R6 mit der Startnummer 13 gelöst.