Wer gewinnt morgen die Superbike-Rennen auf dem Schleizer Dreieck? Die Autogrammjäger kamen schon heute voll auf ihre Kosten. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Zu was dieser Mann im Stande ist, muss erst einmal jemand nachmachen. Gleich in der zweiten Runde des ersten Superbike-Qualifyings machte Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) der Konkurrenz eine Ansage und brannte eine 1:23er-Minuten-Zeit in den Asphalt des Schleizer Dreiecks. Toppen konnte ihn nur einer: Florian Alt (Wilbers-BMW Racing). Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende der Session unterbot der Markenkollege die bestehende Bestmarke mit 1:23,411 min. Damit war nicht Schluss. Boom, boom, boom – Reiterberger drückte die Zeit in der allerletzten Runde noch auf 1:23,267 min runter. Der Bayer wie auch der Nordrhein-Westfale waren absolut am Limit unterwegs. Alt fuhr heute eine halbe Sekunde schneller als gestern. Fakt ist: Das Duell zwischen den Beiden geht weiter.

Im zweiten Qualifying gab es keine Verbesserungen mehr an der Spitze. Demzufolge stehen Reiterberger, Alt und Jan Mohr (BCC-alpha-Van Zon-BMW) morgen im ersten IDM Superbike-Lauf in der ersten Startreihe, Julian Puffe positioniert sich mit seinem GERT56-Teamkollegen in der zweiten. Und dort wird mit Bastien Mackels auch der erste Fahrer auf seinen Platz rollen, der keine BMW fährt. Der Belgier vom Team Kawasaki Weber-Motos Racing wuchs fast über sich selbst hinaus. Immerhin ist er das erste Mal wieder dabei seit seiner Beinverletzung im Mai in Oschersleben.

Unerwartet weit hinten taucht Leandro Mercado mit der Holzhauer-Honda auf dem neunten Startplatz in der dritten Reihe neben Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) und dem schnellsten Yamaha-Fahrer Rob Hartog (Team SWPN) auf. Das hat seinen Grund. Es war nicht, weil er große Augen bekam wegen der speziellen Art dieser Rennstrecke, sondern nachdem der Superbike-WM-Fahrer auf passable Zeiten im freien Training zurückblicken konnte, hatte er im ersten Qualifying eine heftige Berührung mit Marc Neumann. Beide Fahrer kamen nicht zu Sturz, aber Mercados Fireblade war völlig ruiniert. Kühler und Verkleidung waren kaputt, die Bremse abgerissen. Nach sieben Runden war das Qualifying für den Argentinier beendet. Im zweiten konnte er sich im Gegensatz zu Finsterbusch, Mackels und Bijsterbosch nicht verbessern, sondern er rutschte im Wetter-Hick-Hack auf den neunten Startplatz ab. Die gute Laune verliert er trotzdem nicht.