Walid Khan
Walid Khan hat für dieses Jahr das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen und zu beweisen, dass er in die Weltmeisterschaft gehört. Foto: Dino Eisele, Text: Rowena Hinzmann

„Pink is the colour of passion” lautet eine Liedzeile des Songs “Pink” der weltweit bekannten Band Aerosmith. Wahrscheinlich ist Walid Khan deshalb ein heimlicher Fan dieser Farbe, weil sie für ihn genau die Leidenschaft vermittelt, die er für den Rennsport empfindet. „Racing ist meine Identität“, sagt der Niederländer, der für das Team Freudenberg KTM – Paligo Racing fährt und aktuell Dritter in der Gesamtwertung der IDM Supersport 300 ist.

Khan ist kein Unbekannter im Rennstall. Bereits 2018 war der 22-Jährige in der IDM Supersport 300 als Stammfahrer mit Kawasaki unterwegs. Am Ende der Saison kam die Trennung. Zwei Jahre lang war er auf der Suche nach einem Team, bis ihm im letzten Jahr Teamchef Carsten Freudenberg einen Probestart in Most anbot. Khan ließ sich nicht zweimal bitte und sagte sofort zu. Er nutzte seine Chance und gewann auf Anhieb das erste Rennen. Ein deutlicheres Zeichen hätte der Hobbygamer nicht setzen können, dass er den Motorradrennsport trotz langer Pause beherrscht und es ihm im Blut liegt. „Alles, was ich will, ist Rennen fahren“, sagte er nach seinem ersten Sieg in Most und beeindruckte auch im zweiten Rennen mit Rang fünf. Aus dem Probelauf wurde eine weitere Zusammenarbeit für den Rest der Saison, die er als Sechster in der Meisterschaft beendete.

Auch 2022 tritt der Groninger wieder in den bekannten orange-gelben Farben als Stammfahrer für das Freudenberg KTM – Paligo Racing-Team an. Zwar musste er den Saisonstart am Lausitzring aus persönlichen Gründen ausfallen lassen, dafür zeigte er aber in Oschersleben mit einem Sieg und einem Bronzepodium, wo der „Frosch die Locken hat“. In Most folgte ein weiterer Sieg – und beinahe auch ein zweiter, wenn ihn technische Probleme nicht davon abgehalten hätten. „Ich bin sehr zufrieden mit der laufenden Saison. Ich bin stärker als je zuvor, was ich vor allem Carsten [Freudenberg] zu verdanken habe. Er glaubt an mich und meine Fahrfähigkeiten, was mir sehr viel Selbstvertrauen zurückgegeben hat“, so der Niederländer, der sich selbst als sehr emotionalen Fahrer bezeichnet.

Was sich Walid Khan für diese Saison wünscht, liegt klar auf der Hand: Den Meisterschaftstitel. Aber er will auch beweisen, dass er zu den Fahrern gehört, die in die Weltmeisterschaft gehören und die es sich lohnt zu unterstützen. Stab und Stütze bekommt der KTM-Pilot mittlerweile von Menschen, „die mir freiwillig helfen und mich weiterbringen wollen“, erklärt er. Denn ohne Hilfe sei der Rennsport ein hartes Pflaster.

In Schleiz will Khan an diesem Wochenende die nächsten Siege holen. Insgesamt 26 Zähler trennen ihn aktuell von dem Tabellenführenden und Teamkollegen Leo Rammerstorfer. „Ein Doppelsieg wäre ein Traum hier in Schleiz“, schwärmt er mit einem Lächeln. Sollte er dies schaffen, wäre ihm der Blick durch die rosa-rot-pinke Brille zumindest für den Heimweg sicher.