Zwei Fahrer, ein Ziel: Toni Finsterbusch und Julian Puffe haben nach den ersten Tests ein gutes Gefühl für die bevorstehende Saison. Text: Anke Wieczorek; Foto: Toni Börner

Nach einem Lehrjahr folgt die Gesellenprüfung. Nach diesem Prinzip arbeitet das Team GERT56. Der 28-jährige Toni Finsterbusch aus dem sächsischen Krostitz und der 26-jährige Thüringer Julian Puffe aus Schleiz müssen in der IDM Superbike jetzt also beweisen, was sie mit der BMW M 1000 RR ausrichten können.

Zwar sind ab der bevorstehenden Saison in punkto Technik ein paar Freiheiten mehr erlaubt als zuvor. Die Änderungen betreffen unter anderem das Fahrwerk mit der Gabel und der Federbeinumlenkung. Zugelassen sind ab 2022 auch alternative Gabeln und Gabelbrücken eines IDM-Serienpartners. GERT56 setzt trotzdem weiterhin auf die bewährte Seriengabel. Die Tests in Cartagena, Rijeka und Most waren laut Teammanager Karsten Wolf auch mit diesem Material vielversprechend.

„Wir sind ein Privatteam und wollen zeigen, dass die BMW M 1000 RR auch im Kundensport-Trimm in der Lage ist, ganz vorn mitzuhalten“, sagt Wolf und fügt hinzu: „Die vielen vierten und fünften Plätze in der ersten Saison in diesem hochkarätigen Feld bewertet das Team nicht als Niederlage. Ganz im Gegenteil. Bei drei Rennen konnten schon Führungskilometer gesammelt werden, auf dem Red Bull Ring sogar mit beiden Fahrern.“ Mit Puffe ist der IDM Superbike-Vize von 2019 an Bord.

Für Wolf und das Team stellte sich vor dem Hintergrund des Corona-Winters, des Krieges in der Ukraine, ausufernder Preise und exorbitanter Problemen bei Lieferketten jedoch oft die Frage nach der Motivation und der Sinnhaftigkeit für eine weitere Saison. Doch schließlich gab es keine Alternative. „Zudem haben wir nach Jahren mit leeren Tribünen die Chance, vielen Menschen Freude, Spaß und Entspannung zu bieten. Deshalb machen wir weiter.“

Toni Finsterbusch hat sein erstes Rennen schon bestritten und zwar zu Ostern die „1000 km von Hockenheim“ mit dem Force55-Race Team. Ausbeute: Sieg bei der Traditionsveranstaltung im badischen Motodrom zusammen mit den Kollegen Sascha Muth und Hans-Christopher Trost. Für den 28-jährigen Finsterbusch war es die Premiere bei dem Event und gleichzeitig noch eine ausgezeichnete Vorbereitung auf die IDM-Saison, die für alle GERT56-Superbiker am 6. Mai auf dem Lausitzring beginnt.

Rico Löwe wird das Team wie gehabt im Pro Superstock Cup vertreten. Mit Jan Schmidt hat Wolf noch einen Fahrer dazu geholt. Die Zusammenarbeit wird Team-in-Team erfolgen. Das heißt, dass Schmidt mit seinem Vater und seinem Mechaniker das vertraute Umfeld behält, aber auf das gesamte Know-How, alle Daten und Fähigkeiten von GERT56 sowie auf die komplette Infrastruktur zurückgreifen kann.