Mit drei Jahren fing alles. Jetzt ist Fabio Sarasino 19 Jahre und steht vor seiner ersten Saison in der IDM-Nachwuchsklasse. Text: Anke Wieczorek; Foto: Facebook/Sarasino

Der Schweizer Fabio Sarasino wird die überraschend von ihrem Fahrerplatz zurückgetretene Lucy Michel bei TSL ersetzen. Damit ergreift ein weiterer Fahrer aus dem Yamaha R3-Cup die Gelegenheit, in die IDM aufzusteigen.

Nach einem Testlauf bei winterlichen Temperaturen auf dem Hockenheimring besiegelte TSL-Chef Stefan Laux die Zusammenarbeit mit dem 19-Jährigen aus Itingen. Die Gemeinde liegt im Kanton Basel-Landschaft. Sarasino steht erst vor seiner zweiten Saison auf einem Rennmotorrad, hat aber eine erfolgreiche Vorgeschichte. Im Alter von sieben Jahren fuhr er das erste Rennen auf einer Supermoto-Maschine. 2012 und 2014 war er Schweizer Meister.

Mit dem Yamaha R3-Cup erfolgte für den Konstrukteurs-Lehrling 2021 der Umstieg auf Straßenmotorräder und die Rundstrecke. Nun ist bereits der nächste Schritt angesagt in die IDM Supersport 300, in der Sarasino auch auf seine bisherigen Cup-Kollegen Nick Roelfsema, Bryan Cohen, Michel-Caspar Wieth, Senna van den Hoven und Sarah Göpfert treffen wird.

Sarasino war völlig überrascht, plötzlich den Fahrerplatz von Lucy Michel übernehmen zu können. Stefan Laux sagt dazu: „Da die Saisonplanung in vollem Gange ist und die Yamaha R3 komplett neu aufgebaut wurde, wäre es nach Lucys kurzfristiger Absage nicht sinnvoll gewesen, die Saison einfach
abzublasen.“ Michel erhält für 2023 von TSL-Racing eine Reservierung auf ihren Platz, falls sich die Lage bei ihr im zweiten Lehrjahr entspannt. Die 17-jährige wird derzeit aufgrund des straffen Lehrplans in ihrer Ausbildung zur Radiologin für den Sport nicht freigestellt.

„Fabio ist mir letztes Jahr im Yamaha R3-Cup schon ein paar Mal aufgefallen, vor allen am Red Bull Ring“, so Laux weiter und schiebt nach: „Er wird noch etwas brauchen, um in die neue Situation reinzuwachsen, aber ich denke, er könnte sich gut entwickeln. Potenzial ist da – wie weit damit nach vorne kommen, müssen wir sehen. Lucys Platz ist für 2023 reserviert. Länger sollte sie nicht wegbleiben, sonst wird es schwierig. Vielleicht klappt es ja dann mit einem Zwei-Mann-Team, wie es eigentlich diese Saison schon geplant war.“