Die Nummer "36" ist auch 2022 wieder am Start. Thomas Gradinger hat sich auf der Yamaha schon eingerollt. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Er war zu Weihnachten und Silvester nicht zu Hause, aber das hat ihn nicht gestört: Thomas Gradinger trainierte mit dem Motorrad unter der Sonne Spaniens, um 2022 die IDM Supersport zu gewinnen. Er bleibt im Team Eder-Racing, das von Thomas Eder, einem ehemaligen Rennfahrer und jetzigem Renntrainingsveranstalter betrieben wird.

Eine Rückkehr in die Weltmeisterschaft ist für den IDM-Champion von 2017 noch gescheitert. Obwohl der Österreicher dort 2018 als bester Neueinsteiger geglänzt hatte und 2019 der erste Podiumsplatz gefolgt war. Eine Reihe unglücklicher Vorkommnisse wie Teamrückzug, Budgetmangel und eine Verletzung bremsten den WM-Erfolg ein. 2020 erhielt Gradinger keinen Stammplatz mehr.

2021 kehrte er in Most zunächst als Gaststarter in die IDM zurück, schrieb sich aber dann doch in die Meisterschaft ein, zog die komplette Saison durch und gehörte zu den potentiellen Podiumskandidaten. Bei seinen zweiten Plätzen in Most und in Hockenheim war nur sein Kumpel und IDM-Gewinner Patrick „Pax“ Hobelsberger noch schneller. 2022 fährt dieser in der Supersport-WM. Wenn die Ergebnisse in der IDM und auch das Budget passen, spekuliert Gradinger aber auch wenigstens mit einem Wildcard-Einsatz in der Supersport-Weltmeisterschaft.

Für den 25-Jährigen ist der Rennsport eine Lebenseinstellung. Er hat IDM-Fahrer Marc Buchner dessen Yamaha R6 abgekauft, um sie als Trainingsmotorrad zu nutzen, um sich für den IDM-Titelkampf zu wappnen. Und ackert zu Hause in der elterlichen Firma, um an Geld zu kommen. „Als Lkw-Fahrer, Disponent, in der Werkstatt. Ich bin das Mädchen für alles“, erzählt der Junior aus St. Marienkirchen.

Teamchef Thomas Eder kann auf eine Kooperation mit Yamaha Deutschland bauen. Er hat einen Yamaha Mechaniker eingestellt und baut für Gradinger eine neue YZF-R6 auf. Sidecar-Ass Josef Sattler bereitet in seiner Werkstatt die Motoren vor.