Dominic Schmitter hört auf. Der Schweizer hat sich seine Träume erfüllt. Er hat einen Sieg in der IDM Superbike 1000 geholt und ist auch in der Superbike-WM gefahren. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, privat

Superbiker Dominic Schmitter hat zum Jahresbeginn 2022 mit einer emotionalen Videobotschaft seine Karriere als Rennfahrer beendet. Der Schweizer war von 1998 bis 2021 sportlich aktiv.

Seine Karriere begann als Dreijähriger, führte von den Pocketbikes in den ADAC Junior Cup. Er fuhr in der Moto3, der Moto2, im R6-Cup, der Schweizer Meisterschaft und in der Königsklasse der IDM. „Ich hatte immer extremes Glück, dass ich eine so gute Unterstützung von den Sponsoren erhalten haben. Dessen bin ich mir auch bewusst“, sagt Schmitter rückblickend. Die Sponsoren, auch all die kleinen, seien nicht nur als Geldgeber, sondern immer mit Herzblut an seiner Seite gewesen.

Sein größter Dank geht an Teamchef Konrad Hess (rechts im Bild), mit dessen Hilfe er im Rahmen der Schweizer Meisterschaft den Rundenrekord in Dijon gebrochen hat und in Most einen Sieg in der IDM Superbike 1000 holte.
Warum hört Schmitter nun auf? „Ich konnte die Klassenwertung in der IDM anführen. Das war ein großes Lebensziel von mir. Ich konnte als erster Schweizer überhaupt ein Rennen in der Königsklasse gewinnen.“

Die Saison 2021 hätte nach insgesamt drei Podiumsplätzen bei den ersten zwei Veranstaltungen noch denkwürdiger ausfallen können. Doch bei der dritten Veranstaltung stürzte der 27-jährige Altstättener schwer im Qualifying auf dem TT Circuit in Assen. Später erzählte er: „Ich war 20 bis 30 Minuten lang bewusstlos, aber an den Sturz selbst kann ich mich erinnern. Dabei möchte ich zuerst erwähnen, dass kein anderer Fahrer daran beteiligt. Da gab es Spekulationen, aber dem war nicht so. Der Sturz war meine eigene Schuld. Ich befand mich zu sehr in Schräglage, habe zu sehr aufgedreht und ich habe auch gemerkt, wie das Motorrad hinten weggegangen ist. Dann hat es wieder Grip gefasst. Ich wollte den Sturz noch abfangen, das hat aber nicht geklappt. Ich habe die Yamaha beim Sturz auch auf mich zukommen sehen, dann hat sie mich am Hals getroffen. Ab dort kann ich mich nicht mehr erinnern.“ Schmitter brach sich die Hüfte und litt eine zeitlang unter Sehstörungen.

Schmitter ist gelernter Maurer, machte aber unlängst eine Ausbildung zum Fahrschullehrer.

Karrierestationen:

2012 IDM Supersport 600, Gesamtrang 8 und bester Rookie
2013 FIM Superstock 600 Europameisterschaft Rookie of the Year und bester deutschsprachiger Fahrer
2014 Lehrabschluss als Maurer, drei Wildcards in der Supersport-Weltmeisterschaft, 14 WM-Punkte
2015 Supersport-WM, Rookie of the Year, WM-Platz 14, 46 WM-Punkte
2016 Superbike-WM, erster Schweizer seit 17 Jahren mit Top 15-Platzierungen, WM-Platz 27, 5 WM-Punkte
2017 IDM Superbike 1000, Gesamtrang 8
2018 IDM Superbike 1000, Gesamtrang 4, Schweizer Meister Superbike
2019 IDM Superbike 1000, Gesamtrang 9, Schweizer Meister Superbike,
2020 IDM Superbike 1000, Gesamtrang 3
2021 IDM Superbike 1000, Sieg in Most