Alle für Einen, Einer für Alle: Toni Finsterbusch holte für das Team GERT56 in Oschersleben die Kohlen aus dem Feuer. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Ein bisschen Glück gehört auch immer dazu. Nachdem Julian Puffe im Qualifying mit einem 14. Startplatz nicht geleuchtet hatte, lief es in den beiden Rennen umso besser. Der BMW-Pilot von GERT56 ist nach der ersten Veranstaltung in Oschersleben sogar Siebter in der IDM Superbike 1000-Gesamtwertung.

Puffe rückte mit der nagelneuen BMW M 1000 RR aus und war der einzige Hoffnungsträger des neuen IDM Superbike-Teams, das sich zuvor in der Langstrecken-WM einen Namen gemacht hatte. Kollege Toni Finsterbusch hatte sich als Fahrer abgemeldet wegen seiner Fußverletzung. Dennoch machte sich der Sachse auf den Weg nach Oschersleben. Er humpelte mit Gehhilfe durchs Fahrerlager und war insofern am Rennen beteiligt, indem er das Geschehen aus der Kommentatoren-Kabine am Mikrofon begleitete.

So sah er auch die Zieleinfahrten von Puffe auf den Plätzen vier und acht. Vor dem Start des ersten Laufes regnete es. Das Wetterradar meldete für die folgenden Minuten aber eine trockene Phase an. Der Reifenpoker für das ausgerufene Wet-Race war eine schwierige Angelegenheit. Puffe entschied sich noch in der Startaufstellung für die Kombination von einem Regenreifen auf dem Vorderrad und einem Slick auf dem Hinterrad. Während die Konkurrenz, die komplett auf Regenreifen gesetzt hatte, auf der zügig abtrocknenden Strecke das Nachsehen hatte, verhalf der Slick Puffe über die Distanz.
Als Vierter des ersten Rennens startete Puffe nach den Regeln des in der IDM Superbike 1000 geltenden Reverse-Grids von der Pole Position in den zweiten Lauf. Die Wetterbedingungen waren ähnlich wie am Morgen. Nun hatte sich aber das ganze Fahrerfeld für den Einsatz von Slicks entschieden und Puffes Ausbeute war Rang acht.

Bis dahin hatte das ganze Team geschuftet, erzählt Puffe: „Wir haben von morgens bis abends Daten ausgewertet, Telefonate geführt, das Motorrad komplett auseinander genommen und wieder zusammen gebaut. In drei Wochen findet in Most die nächste Veranstaltung statt. Bis dahin werden wir noch einmal alles komplett durchgehen. Ich hoffe, dass dann auch Toni Finsterbusch wieder an Bord ist. Ich denke, dass wir zu zweit schneller vorwärts kommen.“