Neuzugang Patrick "Pax" Hobelsberger ist das Überraschungspaket in der IDM Supersport 600. Der Bayer mit WM-Background hat bereits drei Tests absolviert. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Archiv Hobelsberger

Patrick Hobelsberger liegt voll im Plan. Der bayrische IDM Supersport 600-Fahrer vom Team Bonovo Action by MGM Racing ist gestern von seinen Testfahrten aus Spanien zurückgekehrt. Es war sein dritter Ausflug in die südliche Sonne. Die Mission des 24-jährigen Yamaha YZF-R6-Piloten ist der Titelgewinn.

Bisher tauchte Hobelsberger ein einziges Mal in der IDM auf: als Gastfahrer 2018 in Hockenheim, nachdem er Vize im Yamaha R6-Cup geworden war. Seine bisherige Karriere, die erst mit 19 Jahren ins Rollen kam, ist ungewöhnlich. Hobelsberger, den seine Freunde nur „Pax“ nennen, zog italienische und spanische Gefilde vor, statt in der Heimat zu wachsen. Schon 2020 absolvierte er eine Saison in der Supersport-WM im Team des ehemaligen 500er-Grand-Prix-Piloten Simon Buckmaster. „Eigentlich war der WM-Vertrag schon verlängert, aber Honda hat den Support eingestellt und die ganze Sache ist gekippt“, erzählt Hobelsberger.

Nun fährt er ein Jahr in der IDM auf Yamaha bei Bonovo Action by MGM Racing „mit geringerem Aufwand als in der WM und der Aussicht auf drei WM-Wildcards in Portimão, Magny-Cours und Barcelona. Mit Teamchef Michael Galinski war sich der Bayer schnell einig.

Im Dezember traf sich Hobelsberger mit dem Supersport-WM-Dritten Philipp Öttl (Foto) zum Trainieren in Valencia und Cartagena. Mit IDM Superbike 1000-Champion Jonas Folger und dem Moto2-WM-Piloten Marcel Schrötter verbrachte er viel Zeit in Andalusien. In Aragón wiederum waren Supersport-WM-Fahrer Thomas Gradinger und Philip Steinmayr, sein Teamkollege aus der IDM Superbike 1000 vor Ort. Insgesamt hat Hobelsberger etwa einen Monat auf den Rennstrecken verbracht.

„Ich habe alles gemacht, was ich mir vorgenommen hatte“, zieht „Pax“ Bilanz. „Ich Aragón war ich deutlich schneller als Thomas Gradinger. Wir sind beide mit unseren Trainingsmotorrädern gefahren. Am Ende des Tages war nur Danny Webb eine halbe Sekunde schneller als ich. Aber ich bin sehr zufrieden.“ Der Supersport-WM-Elfte aus Großbritannien war im Gegensatz zum Schmalspur-Aufgebot der deutschsprachigen Anwesenden mit dem ganzen WM-Team samt Bike angereist. Hobelsberger egalisierte vor seiner Abreise aus Aragón noch die zuvor von IDM Supersport 600-Vize Martin Vugrinec aufgestellte Bestzeit.

Profirennfahrer Hobelsberger, der in Landau an der Isar wohnt, ist mit seinen Rennfahrerkollegen in der Region sehr gut vernetzt. „Mit Jonas Folger bin ich erst kürzlich 120 Kilometer auf dem Rennrad gefahren. Vier Stunden bei fünf Grad Celsius.“ Und er erzählt: „Jonas lobt sein Bonovo-Team ständig und ich gehöre jetzt auch dazu. Das muss einfach nur gut werden.“