Gelingt IDM Superbike 1000-Star Jonas Folger der Aufstieg in die Superbike-WM? In Barcelona hat er eine Kostprobe seines Könnens abgeliefert. Text: Anke Wieczorek; Fotos: GeeBeeImages, Yamaha Racing

Der WM-Einstand von Jonas Folger auf dem Grand-Prix-Kurs von Barcelona war nichts für schwache Nerven. Doch der Ex-Moto-GP-Pilot und momentan Führende in der IDM Superbike 1000 hat für ein hoffnungsvolles Ende des Wochenendes in Spanien gesorgt. Für ihn stand viel auf dem Spiel, denn mit seinem Wildcard-Einsatz wollte sich Folger für einen Platz in der Superbike-WM 2021 empfehlen. Wie die Zukunft für ihn aussieht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sein Debüt war vielversprechend.

Folger konnte sich im freien Training auf dem ihm unbekannten Superbike-WM-Bike, das sich erheblich von der IDM-Version unterscheidet, sofort im Mittelfeld behaupten. Nur bei der Superpole streikte die Yamaha und lieferte keine volle Leistung ab. Folger hatte zuletzt nicht eine einzige Runde in der Zeitmessung vorzuweisen. Problem: die Superpole-Session entscheidet über die Startaufstellung des ersten Rennens und ist auch Ausgang des Superpole-Sprints vor dem zweiten Rennen.

Das Gute: Weil Folger zuvor respektable Zeiten abgeliefert hatte, war er schon qualifiziert, musste aber nun als Letzter von ganz hinten in den ersten Superbike-WM-Lauf seiner Karriere starten. Nach einer Runde hatte er vier Mitstreiter überholt. Am Ende sprang der 12. Platz für den Rookie aus Deutschland heraus.

Am Sonntag lief es noch besser. Folger und seine Technik-Crew vom Team Bonovo action by MGM Racing konnten von den am Vortag gesammelten Daten profitieren. Wie schon im ersten Lauf musste Folger nun auch im Superpole-Race eine Aufholjagd starten. Der 27-jährige Bayer wurde mit dem 10. Platz belohnt. Das war auch seine Startposition für das zweite Hauptrennen. Resultat: Platz 11. Der Franzose Loris Baz durchkreuzte den Plan von einem Top Ten-Platz mit einem Überholmanöver kurz vor der Ziellinie.

Was sagt Jonas Folger dazu? „Ehrlich gesagt hatte ich mir am Ende mehr erhofft. Ich wollte gern noch unter die Top 10, habe das aber nicht ganz geschafft. Mit neuen Reifen habe ich mich anfangs etwas schwer getan, in einen guten Rhythmus reinzukommen. Ab Rennmitte hat alles funktioniert.“