Melvin van der Voort zählt zu den jüngsten Fahrern in der IDM-Nachwuchsklasse. Sein Heimrennen nutzt der 15-Jährige für seine erste Pole Position. Text: Dirk Johae; Foto: Dino Eisele/IDM 2020

Der Jubel kennt keine Grenzen: Melvin van der Voort (15, NLD, Team SWPN) wird von seinem Team nach dem Erfolg im ersten Lauf auf Schultern getragen. Der junge holländische Yamaha-Fahrer gewinnt das packende Auftaktrennen nach zwölf Runden mit 7,914 Sekunden Vorsprung.

Bis zur achten Runde kämpft van der Voort beherzt gegen Harry Khouri (16, AUS, Benjan Racing Team) auf Kawasaki. Mehrfach wechselt die Führung zwischen den beiden Youngsters. Aber in der achten Runde klappt Khouri das Vorderrad ein und der Australier stürzt. Die Situation kann Melvin van der Voort nutzen und sich vom Feld absetzen. Dahinter folgen Ruben Bijman (16, NLD, Pearle Gebben Racing) auf Yamaha, Luca de Vleeschauwer (18, BEL, RT-Motorsports by SKM-Kawasaki) auf Kawasaki und Lennox Lehmann (14, Dresden, Freudenberg SWC WorldSSP Academy) auf KTM.

Lehmann findet von der achten Startposition Anschluss an die Verfolgergruppe. In der letzten Runde hat er sogar noch die Chance, einen Podiumsplatz herauszufahren. Doch am Ende muss sich der Vorjahressieger des ADAC Junior Cups mit dem sechsten Platz zufriedengeben. „In der letzten Runde hat mich ein Fahrer weit geschickt und ich habe noch einen Fehler gemacht“, sagt Lehmann selbstkritisch und fügt an: „Am Ende hat mich der Curb gerettet.“ Bester deutscher Starter wird Marvin Siebdrath (16, Wildenfels, RT-Motorsports by SKM-Kawasaki).

Für eine Sensation sorgt Rick Dunnik (18, NLD, Zuwi-HDRacing) auf Yamaha. Wegen unerlaubter Testfahrten musste er aus der letzten Reihe starten. Kurz vor Schluss ist für ihn noch ein Podiumsplatz in Griffweite. „Aber meine Reifen haben stark abgebaut und ich konnte aus den Kurven nicht mehr voll beschleunigen“, schildert Dunnik. So muss er sich mit dem vierten Platz zufriedengeben.
Hinter dem souveränen Rennsieger Melvin van der Vaart schaffen Ruben Bijman und Luca de Vleeschauwer in einem Wimpernschlagfinale den Sprung aufs erste IDM-Podium der Saison. „Ich bin schon das ganze Wochenende über stark und konnte vom ersten Training an schnelle Zeiten fahren“, sagt der 15 Jahre alte Yamaha-Fahrer. „Mit dem großen Vorsprung habe ich versucht, den Druck etwas herauszunehmen und keinen Fehler zu machen.“

Update (19.21 Uhr): Ruben Bijman bekommt eine Zeitstrafe von einer Sekunde für das Überfahren der Streckengrenze (Track Limit). Dadurch rutschen Luca de Vleeschauwer und Rick Dunnik jeweils einen Platz auf. Damit hat Melvin van der Voort 8,004 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten de Vleeschauwer. Durch die Strafe fällt Bijman auf den vierten Platz zurück.

Das zweite Rennen wird morgen (16.8.) um 14.15 Uhr gestartet.

IDM Supersport 300, 1. Rennen
Ergebnis (NEU)
Distanz: 12 Runden (4,555 Kilometer) = 54,66 km
1. Melvin van der Voort (NLD, Team SWPN), Yamaha, 22:40,799 Min. (144,603 km/h)
2. Luca de Vleeschauwer (BEL, RT-Motorsports by SKM-Kawasaki), Kawasaki, + 8,004 Sek.
3. Rick Dunnik (NLD, Zuwi-HDRacing), Yamaha, + 8,051 Sek.
4. Ruben Bijman (NLD, Pearle Gebben Racing), Yamaha, +8,914 Sek.
5. Marvin Siebdrath (Wildenfels, RT-Motorsports by SKM-Kawasaki), Kawasaki, + 9,222 Sek.
6. Lennox Lehmann (Dresden, Freudenberg SMC WorldSSP Academy), KTM, + 9,257 Sek.

Schnellste Runde: Van der Vaart in 1:52,072 Min. (146,317 km/h)