Rennsport ist jetzt Nebensache. IDM Superstock 600-Champion Stefan Ströhlein bleibt zu Hause in seiner Werkstatt: Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Nach zwei Jahren in der IDM Superstock 600-Klasse sollte jetzt alles anders werden, der Aufstieg in die höhere IDM Supersport 600 war längst geplant. Doch momentan sitzt Meister Stefan Ströhlein fest. Das Corona-Virus durchkreuzte sämtliche Vorbereitungen des Yamaha-Fahrers, auch außerhalb der IDM. Der Rennsport ist inzwischen Nebensache.

Ströhlein hat die FIM Endurance WM als zweites Standbein entdeckt und fuhr im Dezember sein erstes Rennen für das Team Motobox Kremer auf einer Yamaha YZF-R1. Sein Premierenauftritt brachte ihm auch gleich eine Verpflichtung für den Rest der Saison ein. Somit wird der 35-Jährige  neben der IDM Supersport 600 im Team Neumann sich auch noch auf WM-Pfaden bewegen. Dort muss der selbstständige Zweiradmechanikermeister nur Fahrer sein. In der IDM Supersport 600 wird er dagegen wieder selbst für die Technik verantwortlich sein.

Was sonst noch passierte: Ströhlein ging bei Testfahrten in Spanien zwei Mal schmerzhaft per Highsider zu Boden. Die Ursachenforschung am fast schrottreifen Motorrad ergab: Übeltäter war ein fehlerhaftes Federbein, welches wohl schon beim Kauf des Motorrades verbaut war. Der nächste Test lief glatt, war aber kurz. Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus wurden die Rennstrecken in Spanien geschlossen und Ströhlein musste die Session in Cartagena sausen lassen.

Das Thema Rennsport ist für den 35-jährigen Rothenburger jetzt Nebensache. Er bleibt zu Hause in seiner Werkstatt. „Mit dem 2019er Superstock 600-Titel in der Tasche, einem guten Motorrad und einer ordentlichen Vorbereitung über den Winter hatte ich auf einen guten Saisonstart gehofft“, sagt der Meister. „Aber leider hat uns zwischenzeitlich die Realität ordentlich eingeholt. Das Corona-Virus beherrscht die Bevölkerung und ich hoffe, dass wir diese Krise mit einem blauen Auge überstehen. Natürlich würde ich mich jetzt gerne auf die ersten IDM-Rennen und die EWC Langstrecken-Weltmeisterschaft freuen, aber in der aktuellen Situation sind die Gedanken bei allem, nur nicht beim Rennsport.“