Nicht zurückblicken, das Ziel ist vorn: Bastian Ubl hat aufgerüstet. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Auch wenn der große IDM-Saisonstart auf dem Red Bull Ring abgesagt werden musste, bereitet sich Bastian Ubl wie so viele seiner Konkurrenten weiterhin akribisch auf die Meisterschaft vor. Der 19-Jährige aus Ingelheim hegt in der IDM Superstock 600 große Pläne. Der Gesamt-17. des vergangenen Jahres will jetzt aufs Podium fahren.

Podium? „Ja, warum nicht“, ist Ubl selbstbewusst. „Ich habe darauf hingearbeitet und es ist mein Ziel.“ In Zolder gelang dem Yamaha-Fahrer ein achter Platz. Und Ubl wäre der Letzte, der den Kopf in den Sand stecken würde. Als er sich in Assen das Kahnbein brach und deshalb beim IDM-Finale in Hockenheim nicht antreten konnte, tauchte er als Co-Moderator seiner Klasse am Mikrofon des Streckensprechers auf und glänzte mit einem grandiosen Fachwissen. Der Zerspanungsmechaniker war rhetorisch voll in seinem Element, so als ob er nie etwas anderes getan hätte.

Seine Rookie-Saison auf der Strecke verlief dagegen wie eine Achterbahn. „In Most hatte ich das erste Qualifying wegen eines zu langsamen Reifenwechsel verkackt. Im zweiten musste ich dann im strömenden Regen die 115%-Hürde knacken. Hab ich aber geschafft.“

Bastian Ubl ist für Überraschungen gut. Noch vor der Corona-Krise war er in Südfrankreich testen und war 2,5 schneller Sekunden als im letzten Jahr. Er hat jetzt eine Yamaha R6, die von der letzten Saison war Baujahr 2013. Es geht laufend vorwärts. Nur der Virus wirft schwere Knüppel vor die Füße. „Aber die Gesundheit geht vor“, sieht Ubl die Lage richtig und befürwortet die Verschiebung des IDM-Starts auf unbestimmte Zeit. Weil die Fitness-Studios geschlossen haben, geht er jeden Tag an der frischen Luft joggen.