Schleizer Bündnis: Julian Puffe kann bei seiner IDM-Karriere auf die Unterstützung seines Chefs Enrico Lauterbach zählen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Anke Wieczorek, Dino Eisele

Nur ein einziger Punkt trennt Julian Puffe in der Superbike-Gesamtwertung von Spitzenreiter Ilya Mikhalchik. Der Ukrainer ist nicht nur der Titelverteidiger, sondern auch der eigene Teamkollege bei alpha Racing-Van Zon-BMW. Das macht die Sache zwischen den momentanen Speerspitzen der Meisterschaft noch brisanter. Vor den beiden Meisterschaftsläufen auf dem Nürburgring im Rahmen des Truck-Grand-Prix an diesem Wochenende haben wir bei Julian Puffe in seinem Heimatort Schleiz vorbeigeschaut.

Wie lebt der 23-Jährige Kfz-Mechatroniker, der gar keinen Motorradführerschein für den Straßenverkehr hat, abseits der Rennstrecke? Puffe residiert bescheiden. Sein kleines Reich auf 60 Quadratmetern im Erdgeschoss eines Mietshauses beinhaltet ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, Küche, Bad mit Fenster. Der Inhalt im Kühlschrank ist übersichtlich: Trauben sind eindeutig in der Überzahl, ein paar Bananen, Erdbeeren, Melone. Im Fach ganz oben steht Butter. Daneben arrangieren sich ein paar Scheiben Wurst und Käse miteinander. Wie steht´s mit Menüs von McDonald´s? „Nee, dann schon eher von Subway“, klärt Puffe auf. Der große Favorit auf dem Speiseplan sind aber immer noch Nudeln mit Lachs. Puffe misst 185 cm und er hat ein Kampfgewicht von 73 Kilogramm.

Was gefällt ihm an Schleiz? „Alles. Die Rennstrecke, gleich neben dem Buchhübel beginnt auch noch eine Fahrradcross-Strecke. Schleiz ist allgemein schön. Ich muss hier nicht weg.“
Wie schaut es mit der Arbeit aus? „Ich bin gelernter Kfz-Mechatroniker und im Ford Autohaus Hammerschmied angestellt, natürlich in Schleiz. Ich kümmere mich einerseits um die Fahrzeuge und andererseits auch um das Marketing.“ Im Autohaus ist mit der Race-City auch ein Motorradhandel integriert. Der Chef? „Enrico Lauterbach ist ein super Typ und sehr motorsportbegeistert. Er versteht, dass ich frei nehmen muss, wenn ein IDM-Training angesetzt ist.“

Jetzt ist Nürburgring-Zeit. Die IDM Superbike 1000 fährt im Rahmen des Truck-Grand-Prix. „Ich war eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr auf der Strecke. Ich bin aber zuversichtlich, mit der neuen 1000er-BMW dort klar zu kommen. Ich bin gespannt, was das für eine Veranstaltung wird.“