Gelungener Hattrick. Der siebenfache Weltmeister Tim Reeves mit der Startnummer "77" gewann auch das dritte Saisonrennen in der 600 ccm-Wertung. Text: Anke Wieczorek; Fotos: highsidePR

Was war das für ein verrücktes Rennen. Der erste IDM Sidecar-Lauf in Zolder trieb den Blutdruck in die Höhe. John Smits/Gunter Verbrugge starteten von der Pole Situation. Die beiden Niederländer konnten sich auch drei Runden an der Position behaupten, bevor der siebenfache Weltmeister Tim Reeves/Mark Wilkes die Übernahme anmeldete. Nebeneinander ging es in die Schikane. Das war zu eng, Smits krachte mit der Spitze an Reeves‘ Gespann. Ein Polyesterstück brach ab und landete durch die Zugluft direkt auf Smits Visier, das daraufhin hinüber war. Der Niederländer musste das Rennen ohne Gesichtsschutz bis zu Ende fahren: „Ich habe teilweise gar nichts gesehen.“ Mit dem fünften Platz im Gesamtklassement war Smits zum Schluss bestens bedient. Das ganze Gerangel nutzten Andres Nussbaum/Manuel Hirschi, um sich nach vorne zu schieben.

In der vierten Runde bog das deutsche WM-Duo Josef Sattler/Uwe Neubert in Richtung Boxengasse ab. Was war passiert? Das 1000 ccm-Gespann von Mike Roscher/Anna Burkard lag unmittelbar vor der 600er-Crew. Plötzlich ging bei Roschers LCR-BMW der Motor aus. Sattler knallte ihm kerzengerade ins Heck, dann fehlte bei ihm der Kotflügel. Roscher war das Ganze äußerst unangenehm, denn das Gespann ließ sich starten, aber die Nummer „35“ mit Sattler war außer Gefecht. Roscher war gerade noch rechtzeitig vor dem Rennen ins Fahrerlager zurückgekehrt. Er hatte wegen seines gerissenen Auspuffs aus dem Qualifying einen Titanschweißer gesucht. Superbike-Teamchef Werner Daemen, der Belgier ist, vermittelte dem Deutschen einen 40 Kilometer von der Strecke entfernt stationierten Kumpel.

Zeitweise hatten Scott Lawrie/Brad Gorrie hervorragende Aussichten auf einen Podiumsplatz. Aber Gorrie war zur Halbzeit aus dem Boot gefallen. Lawrie parkte das Gespann vorzeitig in der Box. Weil Gorrie am Streckenrand vorsichtshalber vom Medical Team behandelt wurde, schwenkten die Streckenposten über den Zeitraum von drei Runden gelbe Flaggen an der Stelle: Überholverbot.

Nach 13 Runden stand das Ergebnis fest. Wie immer gab es für die 600er- und 1000 ccm-Teams getrennte Wertungen. In der kleinen Klasse, die in der WM aufgerufen wird, gewannen Reeves/Wilkes vor Schlosser/Fries und Streuer/Rousseau.
In der 1000 ccm-Abteilung ging der Sieg an Nussbaum/Hirschi. Zweite wurden Smits/Verbrugge, Dritte Roscher/Burkard.