Erwan Nigon holte für Kawasaki den lange ersehnten Sieg in der Superbike-Klasse. Mit BMW-Konkurrent Julian Puffe führt er nun punktgleich die Gesamtwertung an. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Anke Wieczorek

Großer Bahnhof für die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) in Oschersleben. Die zweite Saisonrunde wurde im Rahmen der FIM Endurance-WM und innerhalb der German Speedweek ausgetragen. Extrem spannende Rennen sorgten in zwei der drei Prädikats-Soloklassen für einen Führungswechsel in den Gesamtwertungen. Mit Wolfgang „Teddy“ de Beer, dem ehemaligen BVB-Fußballtorwart und –trainer, und Moto2-WM-Pilot Lukas Tulovic begeisterten sich prominente Gäste für Deutschlands höchste Serie im Motorradstraßenrennsport.

In der Königsklasse IDM Superbike 1000 gibt es jetzt sogar eine Doppelspitze. Erwan Nigon (Kawasaki Weber Motos Racing) und Auftaktsieger Julian Puffe (alpha Racing-Van Zon-BMW) werden punktgleich in der Wertung geführt. Der Franzose bescherte den Grünen in Oschersleben im zweiten Lauf des Wochenendes endlich den lang ersehnten Sieg. Im Ziel knallten die Sektkorken. Das Weber-Motos-Team hatte sich bei der Siegerehrung versammelt wie auch das französische Langstrecken-Team, für das Nigon zusätzlich in der Endurance-Team fährt. Sie sangen voller Inbrunst die französische Nationalhymne bei der Podiumszeremonie mit. „Es ist eine halbe Ewigkeit her, dass Kawasaki ganz oben stand“, empfand Jochen Schmid, der als Gast des IDM-Teams nach Oschersleben gereist war. Der heute 55-Jährige wurde 1995 auf Kawasaki Deutscher Superbikemeister.

Den ersten Lauf gewann Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW), den beim Saisonauftakt ein technischer Defekt in Sachen Titelverteidigung ausgebremst hatte. Inzwischen ist der 22-jährige Ukrainer auf die Ideallinie zurückgekehrt und mit nur noch vier Punkten Rückstand Tabellen-Dritter. Alle fünf in der IDM Superbike 1000 vertretenen Motorradmarken haben mindestens einen Fahrer in den Top Ten. Sie kommen aus sieben Nationen: Deutschland, Ukraine, Frankreich, Schweiz, Österreich, Niederlande, Italien. Die Top-Klasse der IDM ist international hochkarätig besetzt.

Ein schwerer Unfall überschattete die beiden Rennen in der Klasse IDM Supersport 600. Yamaha-Fahrer Dennis Lippert (Ravenol Endurance Motorsport) wurde nach einem Sturz im ersten Lauf in die Universitäts-Klinik nach Magdeburg geflogen und dort weiter versorgt. Das Rennen war sofort abgebrochen worden. Das neu gestartete Rennen gewann Titelverteidiger Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy) vor Martin Vugrinec (UNIOR Racing Team) und Gabriel Noderer (Kawasaki Weber Motos Racing). Nachdem er auch den zweiten Lauf gewann, verließ Enderlein die Motorsport Arena als neuer Spitzenreiter in der Klasse. Der Sachse konnte sich bereits ein sattes Punktepolster schaffen. Der Zweite Tom Toparis aus Australien folgt mit 29 Zählern Abstand. Er war im ersten Lauf gestürzt. Sander Kroeze (MGM Racing Performance) aus den Niederlanden macht die Yamaha-Dominanz auf den ersten drei Plätzen komplett.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 konnte Rick Dunnik (Yamaha) seinen Platz an der Spitze verteidigen, auch wenn er in Oschersleben nicht gewann. Der Belgier Angelo Licciardo (Kawasaki) ist Sieger beider Läufe:Ihn trennen jetzt nur noch vier Punkte von Dunnik. Sein niederländischer Landsmann Colin Velthuizen (Kawasaki) fuhr ebenfalls zwei Mal aufs Podium. Der Niederländer belegt Platz drei in der Gesamtwertung. Bester Deutscher ist sein Teamkollege Troy Beinlich (Pößneck, NUTEC-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) auf dem fünften Rang.

Schon in zwei Wochen (21. bis 23. Juni 2019) ist die IDM erneut am Start. In Zolder sind auch die IDM Sidecars wieder am Start, aber die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 setzt aus.