Die IDM Supersport 300 ist die Nachwuchsklasse für die jungen Wilden. Meister Toni Erhard wird mit seiner Anmeldung zum Wiederholungstäter. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Wenn ein schwarzer Golf IV in Schwarzenberg um die Ecke biegt, könnte es Toni Erhard sein. Der IDM Supersport 300-Meister von 2018 aus der Großen Kreisstadt im sächsischen Erzgebirgskreis ist mittlerweile 18 geworden, hat den Führerschein gemacht und darf jetzt auch offiziell Auto fahren.

Die Entscheidung, wie es für ihn im Rennsport weitergeht, war für den dreifachen Laufsieger des vergangenen Jahres weniger einfach. Zwei Angebote lagen dem KTM-Piloten vor. Weitermachen bei Kiefer Racing oder ins Freudenberg Team wechseln? Beide Teams sind die deutschen Aushängeschilder in punkto Nachwuchsförderung. Letztlich gab Erhard dem Freudenberg Team den Zuschlag. „Die Möglichkeiten, um sportlich weiterzukommen, waren noch vielfältiger.“ Für 2019 steht die Titelverteidigung auf dem Plan.
Die Zeit bei Kiefer Racing hat der Abiturient genossen. Besonders die Überraschung, dass Teamchef Jochen Kiefer nach der letzten Zieldurchfahrt in Hockenheim plötzlich vor ihm stand. Der umtriebige WM-Teamleiter hatte es sich nicht nehmen lassen, auch seinen IDM-Schützling Toni Erhard live zum Titelgewinn fahren zu sehen.

Während der Saison waren die Niederländer Victor Steeman und Dion seine größten Konkurrenten. Wenn sich die Rennen nicht mit der Supersport 300-WM überschnitten, rollten auch Jan-Ole Jähnig und Max Kappler an den Start. Die beiden Deutschen haben mit dem Freudenberg-Team bereits den Sprung aus der IDM in die WM geschafft. Newcomer Jähnig führte sogar schon kurzzeitig ein WM-Rennen an. Erhard sagt: „Es war sehr spannend, mit ihnen um die vorderen Plätze in der IDM zu kämpfen. Da war richtig was los. In der Meisterschaftswertung ging es nicht ganz so spannend zu, denn da haben die Beiden wegen ihrer häufigen Abwesenheit keine Rolle gespielt.“

Toni Erhard soll 2019 den IDM-Titel in der 300er-Klasse verteidigen. Wo zieht es ihn danach hin? Supersport-WM oder lieber Moto3? „Eigentlich komme ich mit allen Motorrädern zurecht“, überlegt der Freudenberg-Team-Neuzugang nicht lange, „Eine Moto3-Maschine macht vielleicht ein bisschen mehr Spaß, aber die Supersport-KTM ist ihr am ähnlichsten. Ich lasse das mal offen.“