Volles Feld bei den Sidecars in Assen. In der Gesamtwertung geht es hoch her. Sattler/Neubert gewannen zum vierten Mal in diesem Jahr. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Beinahe wäre Bennie Streuers kleiner, aber inniger Wunsch in Erfüllung gegangen und André Kretzer/Björn Bosch (LCR F1 Suzuki) hätten das Samstags-Rennen der Sidecars gewonnen. Denn so hätte Streuer in Abwesenheit nicht so viele Federn in der Gesamtwertung lassen müssen. Am Schluss wurde nichts draus. Für den lange führenden Kretzer war es ein Missverständnis, für Sieger Sattler eine logische Angelegenheit.

Kretzer wusste an der Spitze, dass Sattler zum Schluss einen Angriff auf ihn starten würde. „Das hatte sich schon eine Runde zuvor gezeigt. Ich bin zu weit rausgekommen auf der Bahn, Sattler ist innen reingestochen und hat überholt. Ich dachte aber, wir haben noch zwei Runden. Aber nach der nächsten wurden wir abgewunken.“ Beifahrer Björn Bosch erzählt: „Es lief alles ganz sauber ab. Wir haben uns mit Sattler trotz des engen Zweikampfes nie touchiert. Ich wäre einmal aber fast aus dem Boot geflogen. Da kann aber niemand was dafür. Mein Fehler…“

Robert Zimmermann/Michael Prudlik (LCR F1 Suzuki) hatten gleich nach dem Start Peter Schröder/Denise Kartheininger (LCR F1 Suzuki) angeschubst, bei denen gleich ein Stück Verkleidung fehlte. Lady Kartheininger nahm es mit Humor: „Zimmermann wollte nur an meinen Hintern ran.“

Alle hinter sich gelassen haben nun zum vierten Mal in diesem Jahr Josef Sattler/Uwe Neubert auf der Adolf RS1 F1 BMW. „Das war eines meiner schönsten Rennen“, schwärmte Sattler. „Vor der ersten Kurve waren wir Fünfter, haben uns aber gut durchgedrängelt. Wir sind über die ganze Distanz äußerst Reifen schonend gefahren. Wir hatten nach hinten raus Reserven.“ Neubert fügt hinzu: „Der Sieg war uns am Ende sicher.“ Das bayrisch-sächsische Duo ist jetzt bis auf fünf Punkte an IDM-Spitzenreiter Bennie Streuer aufgerückt. Der Niederländer ist nicht in Assen, sondern bei der Sidecar-WM in Rijeka.

Dritte wurden hochverdient John Smits/Gunter Verbrugge (RCN F1 Yamaha). Es war der erste Podiumsplatz der Niederländer in dieser Saison und Smits tanzte vor Glück.