Außen rum und ohne mit der Wimper zu zucken vorbei. Ilya Mikhalchik hat sich im freien Training auf dem Lausitzring schon in Position gebracht. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Ganz vorne im freien Training der IDM-Topklasse waren die üblichen Verdächtigen: Ilya Mikhalchik, Bastien Mackels, Julian Puffe, Stefan Kerschbaumer. Dreimal BMW, einmal Yamaha.

Aber auch Honda-Neuzugang Alessandro Polita gab am Freitag einen gelungenen Einstand auf der Reifen mordenden Strecke. „Die Stimmung ist gut, der Fahrer ist gut“, sagt HRP-Teamchef Jens Holzhauer über den 34-jährigen Italiener, der bisher nur BMW und Ducati bewegt hat. „Wir betrachten das hier aber als ersten Test und schlagen mit Alex ein völlig neues Kapitel auf. Das Projekt ist auf jeden Fall ausbaufähig.“ Polita schaffte mit einer Zeit von 1:41,565 min exakt den Sprung in die Top Ten.

Jan Halbich, der von HRP-Honda ins Kawasaki Schnock Team Motorex gewechselt ist, hatte zunächst viel Arbeit mit der neuen Abstimmung. „Wir haben die ZX-10R kräftig umgebaut“, erzählt Cheftechniker Roman Raschle nach einem langen Arbeitstag. Ausbeute: Platz acht. „Jan ist mit harten Reifen gefahren, mit der weichen Mischung ist er sicher noch schneller.“ Der Tscheche aus Prag erzielte seine beste Rundenzeit von 1:41,269 min in der dritten und letzten Trainingssession des Tages.

Comeback-Niederländer Danny de Boer wurde auf dem 12. Platz notiert und sieht viel Arbeit auf sich zukommen. „Wir haben wenig Zeit, haben heute aber viel geschafft“, so der 28-Jährige, der den Saisonanfang bei Yamaha bestritten hatte und nun auf Kawasaki unterwegs ist. Bei Weber Motos fühlt er sich gut aufgehoben. Ist am Saisonende vielleicht noch ein Podestplatz für die Grünen drin? De Boer zuckt mit den Schultern und grinst verschmitzt: „Ausgeschlossen ist es nicht.“

Suzuki Alber-Bischoff hat sich mit Jordan Weaving einen Engländer geangelt, der Janusch Prokop ersetzt. Dem Nachwuchsfahrer war wegen fehlender Ergebnisse von Sponsoren das Geld eingefroren worden. Weaving blieb mit einer Zeit von 1:41,559 min noch genau 2,995 Sekunden hinter Spitze. Das bedeutete den 14. Platz im freien Training mit steigender Formkurve. „Für uns ist es das wichtigste Wochenende seit langem“, schildert Evrén Bischoff die Situation. „Wir müssen Ergebnisse liefern. Und es war sehr schwer, einen Fahrer zu finden. “