Julian Puffe ist die große Hoffnung der einheimischen Fans, die am Wochenende die Naturtribünen rund ums Schleizer Dreieck belagern. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Er hat es richtig krachen lassen und den Schleizer Fans die größte Freude bereitet: Julian Puffe vom Team alpha Racing-Van-Zon-BMW hat sich für die Pole Position in der IDM-Topklasse qualifiziert. Zuvor hatte er tief gestapelt. „Ich bin bisher wahrscheinlich viel weniger als die meisten anderen Fahrer hier gefahren, weil ich ja ein paar Jahre im FIM Superstock Cup verbracht habe.“ Bekanntermaßen wird dieser nicht in Schleiz ausgetragen. Puffe kennt seine Heimstrecke eher von seinen Ausflügen auf dem Rennrad als auf dem Motorrad. Was der schwierigste Streckenabschnitt für ihn ist? „Vom Buchhübel runter in die Stadt und die Seng. Dort lässt sich das Motorrad megaschwer umlegen und die Linie ist schwer zu halten. Wir haben dort 250 km/h drauf.“

Der Belgier Bastien Mackels (Wilbers BMW) empfahl sich mit nur 0,161 Sekunden Rückstand für den zweiten Startplatz. Im freien Training hatte er noch die Bestzeit vorgelegt, im entscheidenden Qualifying war Puffe aber dann doch ein Quäntchen schneller gewesen. Komplettiert wird die erste Startreihe von Ilya Mikhalchik, Puffes Teamkollegen aus der Ukraine. Für ihn ist die Strecke vollkommenes Neuland. „Sie ist schwierig, aber interessant. Ich bräuchte noch mehr Trainingsrunden, um besser zu sein.“ Mikhalchik führt die IDM Superbike 1000-Gesamtwertung an und muss nicht zwangsläufig gewinnen, um weiterhin zu bleiben. Aber es ist nicht der Stil von Mikhalchik, es wenigstens zu versuchen.

Auf dem vierten Platz ist die erste Yamaha zu finden. Stefan Kerschbaumer (MPB Racing) hat eine gute Sekunde Rückstand auf die Spitze, aber nach hinten überhaupt keine Luft. Lucy Glöckner, die „Grande Dame“ vom Kawasaki Schnock Team Motorex ist Fünfte und verwirklichte ihr Ziel, in die zweite Startreihe nach vorn fahren zu wollen. Schleiz ist ihr Ding. „Wir haben heute noch einen Riesenschritt in die richtige Richtung gemacht. Das Motorrad funktioniert jetzt gut, obwohl wir immer noch die Standard-Elektronik an der ZX-10R verwenden. Wir könnten jetzt auch die Kit-Variante nehmen, aber an dieser gibt es so viele Spielereien. Um uns mit allen zu beschäftigen, haben wir jetzt nicht genügend Zeit. Ja, die Sekunde nach vorn fehlt uns, aber ich konnte mich im ersten Qualifying gut an Stefan Kerschbaumer anhängen, das war klasse.“

Honda-Fahrer Jan Halbich (Holzhauer Racing Promotion) wird von der achten Position in die beiden Rennen am Sonntag starten. Bester Suzuki-Fahrer ist Toni Finsterbusch (Team Mayer) auf dem neunten Platz. Fünf Marken sind in der höchsten Motorradstraßenrennsportklasse Deutschlands vertreten.