Lokalheld Bastien Mackels konnte sich die Seele aus dem Leib fahren, Ilya Mikhalchik war immer noch schneller. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Das war kein einfacher Tag für Bastien Mackels, dem belgischen Aushängeschild von Wilbers-BMW. Der Lokalmatador befand sich in einer unbekannten Rolle. Er kämpfte um tausendstel Sekunden, um vor seinen Marken-Kollegen vom Team alpha Racing-Van Zon-BMW zu kommen. Doch gegen den Ukrainer Ilya Mikhalchik war auch auf Mackels Heimstrecke kein Kraut gewachsen. Zarte 0,041 Sekunden lagen zwischen ihnen. Mikhalchik war während des Trainings zwar zwei Mal gestürzt, doch das tat der Sache keinen Abbruch. Mackels haderte allerdings nicht lange mit seinem Schicksal und meinte: „Entscheidend ist der morgige Tag, wenn die beiden Rennen sind.“

Wenn es um Mickhalchik und Mackels geht, schlagen zwei Herzen in der Brust von Teamchef Werner Daemen. Er ist ein Landsmann von Mackels, hatte den 32-Jährigen schon unter Vertrag und ist mit ihm befreundet. „Bastien ist kein normaler Gegner für mich, sondern auch ein Freund.“ Nur ist Daemen jetzt der Teamchef von Mikhalchik. Kann man den Ukrainer mit Mackels vergleichen? Was ist anders? „Das Talent“, sprudelt es offen und ehrlich aus Daemen heraus. Mit Anfang 20 steht Mikhalchik dazu noch ganz am Beginn seiner Karriere. Mit Julian Puffe hat Daemen noch einen weiteren Nachwuchsmann aus seinem Team in der ersten Startreihe stehen.

Die zweite eröffnet Stefan Kerschbaumer. Obwohl das offizielle Werksteam Yamaha MGM in Zolder über keinen Spitzenfahrer in der IDM Superbike 1000 verfügt, wird die Marke hochgehalten. Kerschbaumer fährt für das private MPB Racing Team. Für Platz fünf qualifizierte sich Daniel Kartheininger, der ebenfalls für MPB startet. Dass der frisch verheiratete Yamaha-Fahrer so weit steht, ist eine Überraschung. Endlich habe er die letzte halbe Sekunde gefunden, die ihm sonst gefehlt hatten, berichtet er.

Dominic Schmitter (HPC Power) und Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer), sind auf 7 und 9 die besten Suzuki-Piloten. Finsterbusch tickte wie ein Uhrwerk. Er fuhr bis aufs Tausendstel genau in den beiden Qualifyings die gleiche Bestzeit, exakt 1:33,512 min. Das reichte zwar nicht, um bester Markenpilot zu sein, aber der Sachse meint: „Dominic kann eine schnelle Runde auf Befehl rausknallen. Ich kann das nicht, bin aber konstanter.“

Zwischen die beiden GSX-R 1000 presste sich mit Jan Halbich (Honda Holzhauer Racing Promotion) der CBR 1000 RR-Pilot aus Tschechien, der in Oschersleben schon auf dem Podium stand. Diese Leistung steht bei Kawasaki noch aus. Mathieu Gines (Weber Motos) und Lucy Glöckner (Kawasaki Schnock Team Motorex) starten morgen von den Plätzen 11 und 12. Da kann noch viel passieren.