Startnummer 44 rollt nicht mehr. Christian Stange hat das MVR-Team verlassen und fährt jetzt Supersport-WM. Text: Anke Wieczorek, Fotos: Dino Eisele

Christian Stange hat das Team MVR-Racing verlassen. Unter den Bedingungen, die er bei den Niederländern vorfand, wollte der Vizemeister von 2016 in der 600er-Klasse nicht weitermachen, obwohl Bryan Schouten damals mit MVR-Racing den Titel holte. „Bryan ist damals mit der alten Yamaha R6 gefahren, für die jede Menge Daten zur Verfügung standen“, erzählt Stange. „Für das neue Modell sind keine vorhanden, aber die Techniker sind bei der Vorbereitung auch wenig kompromissbereit gegenüber dem Fahrer. Beim Saisonauftakt in Oschersleben hatte ich kein Datarecording und meine schnellste Runde bin ich sogar ohne Schaltautomat gefahren.“ Stange, der im ersten Rennen Achter und im zweiten Lauf Dritter wurde, ist einerseits enttäuscht, zieht aber auch eine positive Bilanz: „Ich bin MVR-Racing dankbar für die Möglichkeit, dass ich eine weitere IDM-Saison in Angriff nehmen konnte. Sie haben mir eine Chance gegeben. Leider hat es zwischen uns nicht gepasst.“

In der IDM ist für den 20-jährigen Stange vorerst Schluss. „Ich wäre gerne geblieben, aber die Plätze in den Top Teams sind besetzt und es geht nichts mehr“, hat er nach vielen Telefonaten festgestellt.

Was er jetzt macht? Es gab eine Schweigepflicht, bis heute offiziell verlautbart wurde: Christian Stange wird ab sofort in der Supersport-WM für das Team Go Eleven antreten. Dafür wechselt er auf die Kawasaki ZX-6R. Er habe zwar keine Erfahrung mit den Rennstrecken, die jetzt auf ihn zukommen, heißt es in der Mitteilung. Laut Teammanager Denis Sacchetti soll er sich von Rennen zu Rennen steigern. Der erste Auftritt von Stange findet schon am kommenden Wochenende auf dem Misano World Circuit “Marco Simoncelli” in Italien statt.