Absprache: IDM-Teamboss Marcel Philipp Bach stellt Stefan Kerschbaumer für die Oschersleben-Rennen frei. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Wenn sich ein Teil der IDM-Piloten am 31. Mai 2018 zum Zusatz-Training ins belgische Zolder begibt, bleibt Stefan Kerschbaumer zu Hause. Erstens würde die Anreise aus seinem Heimatland Österreich einen enormen Aufwand bedeuten. Zweitens hat er sich für seinen nächsten Auftritt ohnehin für die Langstrecken-WM entschieden, in deren Rahmen die IDM Superbike 1000 vom 7. bis 10. Juni 2018 in Oschersleben integriert ist. Theoretisch hätte der Maschinenbaustudent, der für beide Serien vorgesehen ist, in der Klemme stecken müssen, was er macht. Praktisch allerdings nicht.

Da der Zeitplan sehr eng gesteckt ist, nehme ich wie manch andere Fahrer keinen Doppelstart auf mich. Und auch deshalb nicht, weil ich dann ständig von einer Motorradmarke auf die andere wechseln müsste. Ich bin in der glücklichen Situation, eine Wahl treffen zu dürfen, was ich tue. Ich habe das zum Jahresbeginn mit Teameigner Marcel Philipp Bach beschlossen, für den ich auf der Yamaha R1M die IDM bestreite. Und in Oschersleben gebe ich jetzt dem Endurance World Cup den Vortritt.“

Der 28-jährige Österreicher wird das 8-Stunden-Rennen im Team Völpker NRT#48 gemeinsam mit IDM-Powerfrau Lucy Glöckner, die einen Doppelstart vor sich hat, und dem Franzosen Kenny Foray auf BMW angehen. Es ist kein Geheimnis, dass sich in der Langstrecken-WM ein paar Euros verdienen lässt.

In der IDM Superbike 1000 ist Kerschbaumer derzeit Gesamt-Sechster. Zufrieden ist er damit nicht. Wenn er wieder angreift, will er aufs Podium fahren. Oder wenigstens in die Nähe. Es ist sein Auftrag. Im vergangenen Jahr gelang ihm das drei Mal.“Steff“ sieht aber auch: „Die anderen haben auch nicht geschlafen. Honda und Suzuki haben stark zugelegt und Bastien Mackels hat auf der BMW zu seiner alten Form zurück gefunden.“ Selbst, dass ein Neuling wie Julian Puffe in der Rangliste vor ihm liegt, bringt Kerschbaumer nicht aus der Fassung. „Ich bin mit ihm auch schon in der Langstrecken-WM gefahren. Da habe ich gemerkt, dass er in der Superstock 1000-EM, in der er damals fuhr, unter Wert geschlagen wurde.“