IDM Supersport 300: Sieg für „Mad Max“ Kappler

First race, first place: Besser konnte es für Max Kappler nicht laufen. Text: Dirk Johae, Foto: Dino Eisele

Maximilian Kappler gewinnt das Auftaktrennen zur neuen Saison in der IDM-Supersport 300 in der Motorsport Arena Oschersleben. Der 20 Jahre alte KTM-Fahrer aus Oberlungwitz verweist seinen holländischen Markenkollegen Victor Steeman auf den zweiten Platz. Erst in der Schlussphase des hart umkämpften IDM-Laufs kann sich Kappler von seinen Konkurrenten absetzen. „Es war ein von Taktik geprägtes Rennen“, kommentiert der sächsische WM-Fahrer den Verlauf des IDM-Laufs. „Ich bin zum Schluss einfach Vollgas gefahren. Weil ich in der letzten Runden nicht wusste, ob ein Fahrer direkt hinter mir war, habe ich die Linie zugemacht.“
Mitentscheidend für Kapplers Erfolg sind die Überrundungen. Während der Fahrer (Spitzname „Mad Max #97“) aus dem WM-Team von Michael und Carsten Freudenberg besser durch den Verkehr kommt, bleibt sein Verfolger Victor Steeman in einer schnellen Kurvenkombination hinter langsameren Fahrern hängen. Der 17-jährige Holländer, der für das von privaten Unterstützern betriebene Multi-Tracker-Team startet, sammelt allerdings seine ersten IDM-Zähler. „Natürlich sind die Punkte schön für mich. Aber mein Ziel war es, hier gegen die deutschen WM-Fahrer zu gewinnen“, betont Steeman. „Ich greife morgen wieder an und hoffe, dass ich dann meine gute Ausgangsposition besser nutzen kann.“
Am Ende hat Steeman sogar Glück, dass er den zweiten Platz ins Ziel retten kann: Mit nur 0,3 Sekunden Rückstand folgt der Trainingsschnellste Jan-Ole Jähnig auf dem dritten Platz. Damit schaffen die beiden WM-Fahrer des Freudenberg-Teams den Sprung aufs Siegerpodest. Der 17 Jahre alte Jähnig hat die Supersport-300-Meisterschaft in der IDM im vergangenen Jahr gewonnen und erst vor einer Woche in Assen als Rookie seine ersten WM-Punkte eingefahren. Mit seinem IDM-Auftakt ist der Lehndorfer nicht ganz zufrieden: „Ich bin schlecht aus den Ecken herausgekommen“, schildert er sein Rennen, in dem er zeitweise auf den vierten Platz zurückfällt.
Doch in der neunten von 14 Runden kämpft sich Jähnig im Führungspulk zurück auf den dritten Platz. In der gleichen Runde erkämpft Toni Erhard die Spitzenposition. Nach seinem Sturz im ersten Zeittraining nutzte das 17 Jahre alte Talent von Kiefer Racing das zweite Qualifying, um wieder Vertrauen zu seinem Motorrad zu gewinnen. Für den KTM-Fahrer aus dem Erzgebirge reichte es nur für einen Startplatz in der zweiten Startreihe. Doch der Nachwuchsmann aus Schwarzenberg-Pöhla macht das Beste aus dieser Position. Drei Runden lang liegt er an der Spitze des Führungsquartetts, dann fehlt ihm das nötige Glück beim Überrunden. „Als Erster im Pulk habe ich hinter langsameren Fahrer festgesteckt, während Maximilian Kappler durchschlüpfen konnte“, beschreibt Erhard die entscheidende Phase enttäuscht.
Im Ziel fehlt ihm eine halbe Sekunden Rückstand auf den Podiumsplatz. Hinter Erhard klafft zum Fünftplatzierten Dion Otten auf der einzigen Honda im Feld bereits eine große Lücke. Damit belegen die KTM-Fahrer geschlossen die ersten vier Plätze beim ersten Lauf zur IDM-Supersport 300: Ein großer Erfolg für die einzige europäische Marke im Feld der 300er-Maschinen, die erstmals zum Herstellerpool der IDM gehört. Die RC 390 R ist das Motorrad der Stunde in der Nachwuchskategorie – sowohl in der Weltmeisterschaft wie auch im wichtigsten deutschen Motorradchampionat IDM.
Auch der ADAC Junior Cup-Gesamtsieger von 2017 Max Schmidt setzt auf den KTM-Einzylinder. Aus der zweiten Reihe gestartet, liefert sich der Wuppertaler rundenlang einen spannenden Zweikampf mit Dion Otten. Doch in der siebten Runde stürzt der 14-jährige IDM-Aufsteiger und muss aufgeben. Zum Glück erfolgt die Startaufstellung auch zum zweiten Lauf am Sonntag nach den Zeiten des Qualifyings: Schmidt hat erneut die Chance, seinen sechsten Startplatz in ein gutes Ergebnis an seinem ersten IDM-Wochenende umzumünzen.