IDM
Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft
IDM SSP: Smits, van der Voort oder ein lachender Dritter?

IDM SSP: Smits, van der Voort oder ein lachender Dritter?

Wer hat am Ende den längeren Atem. Twan Smits (rechts) wird von seinem Landsmann Melvin van der Voort gejagt. Text: Anke Wieczorek, Foto: Dino Eisele

Holt Twan Smits (Team Apreco) morgen beim großen Hockenheim-Finale den Titel in der IDM Supersport? Heute qualifizierte sich der Niederländer und Meisterschaftsführende für die Pole Position. Reicht das? Die Konkurrenz hat nämlich empfindlich etwas gegen seinen Plan, morgen die ganz großen Pokale abzuräumen. Melvin van der Voort (Team SWPN) hat in der Gesamtwertung nämlich nur neun Punkte Rückstand und der Österreicher Andreas Kofler (M32 Racing) auch nur vier weitere Zähler. Der Kampf in der IDM Supersport hat sich vor dem Finale in Hockenheim noch einmal zugespitzt. Sicher ist nur: Der Titel geht an einen Yamaha-Fahrer.

Van der Voort war am Vormittag mit einem Highsider schwer von seiner YZF-R6 gestürzt und es war ein Wunder, dass er sich im zweiten Qualifying überhaupt so gut schlagen konnte und Zweiter wurde. Nur 0,147 Sekunden fehlten ihm auf die Bestzeit seines Landsmannes Twan Smits. Aber egal, wie es morgen ausgeht: Der 19-jährige Smits plant ein weiteres IDM-Jahr in der Supersportklasse und will dazu einige Wildcard-Einsätze in der Supersport-WM bestreiten. Für van der Voort führt der Weg direkt in die Weltmeisterschaft. Sein Teammanager Frank Brouwer glaubt auch ganz fest daran, dass der langmähnige van der Voort das Ruder in der IDM noch zu seinen Gunsten rumreißt.

Als Dritter wird sich Thomas Gradinger (Eder Racing) in der Startaufstellung aufbauen. Die bisherige Bilanz des Österreichers: Sieben Podiumsplätze, davon zwei Siege. Er könnte bei der Titelentscheidung zum Zünglein an der Waage werden. Bis dahin hat der Yamaha-Fahrer aber noch einiges vor, zumal er nicht weiß, wie sein heutiges Abendprogramm aussieht – ob er seinen Teamchef und Kumpel Thomas Eder noch aus dem Krankenhaus holen kann oder nicht. Eder, der in Hockenheim wie zuletzt auf dem Red Bull Ring selbst noch einmal auf der Yamaha in der IDM angreifen wollte, stürzte im ersten Qualifying, stand allerdings nachher aufrecht in der Boxengasse. Je mehr Zeit verstrich, umso mehr fing später sein Becken zu schmerzen an. Damit hat der Bayer Erfahrung. Denn genau an der gleichen Stelle in Hockenheim hat er es sich schon einmal gebrochen. Das Team musste zwar erst Überredungskünste aufbieten, um den Bayern ins Krankenhaus zu bringen. Dort wird Eder jetzt gründlich durchgecheckt.

Dem Österreicher Andreas Kofler passt es nicht in den Kram, dass er morgen aus der zweiten Startreihe losfahren wird. Kurz vor dem Ende des Qualifyings schien ihm noch eine Hammerrunde zu gelingen, doch dann stürzte der Yamaha-Fahrer aus dem Geschehen. „Der Plan war bis dahin nicht so schlecht, aber der Vorderreifen war am Ende. Okay, ein Platz in der ersten Startreihe wäre besser gewesen, aber es ist immer noch alles drin.“

Koflers Teamchef Max Enderlein, der wie Thomas Eder gelegentlich selbst am Kabel zieht, führte als Gastfahrer wieder eine Ducati aus wurde Fünfter im Qualifying. Leon Orgis (Yamaha bLU cRU IDM by Kiefer Racing) schnappte Martin Vugrinec noch den letzten Platz in der zweiten Startreihe weg, worauf der Kroate (//ART DREIER RACING TEAM) wenig amüsiert war. Kevin Wahr gelang auf Triumph (Triumph-emsland.de – SSP600 Racing) nach zwei Jahren Pause sogar der Sprung in die Top Ten.

Qualifying IDM Supersport:

1. Twan SMITS (NLD), Yamaha
2. Melvin VAN DER VOORT (NLD), Yamaha
3. Thomas GRADINGER (AUT), Yamaha
4. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha
5. Max ENDERLEIN (DEU), Ducati
6. Leon ORGIS (DEU), Yamaha
7. Martin VUGRINEC (CRO), Yamaha
8. Julius Caesar RÖRIG (DEU), Honda
9. Jonas KOCOUREK (CZE), Triumph
10.Kevin WAHR (DEU), Triumph