Wohin geht die Reise? Am Wochenende auf dem Red Bull Ring muss Thomas Gradinger erst einmal in der IDM Punkte abliefern. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Gradinger Archiv, Dino Eisele

Thomas Gradinger hat gemerkt, dass in der IDM Supersport 600 ein „brutal hohes Niveau“ herrscht. Das gefällt ihm. Es fehlt nicht viel zur WM. In diese möchte der Oberösterreicher zurück, doch nicht für jeden Preis. Das geforderte Geld kann er aus eigener Kraft nicht aufbringen.

Nach der Trennung vom WM-Team kehrte Gradinger erst vor wenigen Wochen dank einer kurzfristigen Aktion mit Eder Racing in die IDM zurück. Es sollte ein Gastauftritt im tschechischen Most werden, inzwischen ist der 25-Jährige als permanenter Fahrer mit der Startnummer „36“ angemeldet und erhält somit auch Meisterschaftspunkte. Von denen hatte er sich mehr erhofft. In Most hatte er sich Patrick Hobelsberger geschlagen geben müsse, aber den Bayern kennt Gradinger aus der WM und weiß, dass er unheimlich schnell ist.

Später gab es neun Punkte in Assen. „Wie kann man da zufrieden sein?“, fragt sich Gradinger und erzählt: „Auf dem TT Circuit hatten wir richtige Probleme mit der Einstellung der Yamaha. Das Team ist neu, die Erfahrung fehlt und ich war zu schwach, die Punkte zu kompensieren.“

Gradinger hofft jetzt auf seinen Auftritt auf dem Red Bull Ring. Dass er als Österreicher Vorteile auf seinem Heimkurs hat, bezweifelt er jedoch. „Natürlich kenne ich die Strecke, es die einfachste auf der ganzen Welt. Die lernst du ganz schnell kennen. Ich war im Juli anderthalb Tage dort testen und noch zwei weitere Tage im August. An denen habe ich auch Max Enderlein und Jan-Ole Jähnig getroffen.“

In Sachen WM-Comeback ist im Moment nicht viel los. „Ich spreche mit verschiedenen Personen, aber stehe mit keinem konkreten Team in Verhandlung. Es kommt immer aufs Gleiche raus, dass ich mindestens 100.000,00 Euro und mehr mitbringen muss, um fahren zu können. Das Geld habe ich nicht“, erklärt Gradinger die Situation.
Wäre die IDM eine dauerhafte Alternative? „Ja, auf jeden Fall. Die WM ist das Ziel, aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht.“