Höchste Priorität: Tochter Mia Valentina. Dafür nimmt sich selbst Vollblut-Racer Kevin Michel eine kurze Auszeit. Text: Anke Wieczorek, Foto: Michel, privat

Kevin Michel setzt durchaus Prioritäten. „Der Rennsport steht ziemlich weit oben, aber meine Familie steht noch höher.“ Der 31-jährige Yamaha-Pilot aus Meggen in der Schweiz lässt die IDM-Runde auf dem Sachsenring sausen. Sein schönster Grund: Die Geburt von Tochter Mia Valentina. Die junge Dame erblickte nach einem 18-Stunden-Marathon im Kreißsaal am vergangenen Wochenende das Licht der Welt. „Ich wollte dabei sein und meine Frau unterstützen“, erzählt Michel. „Mein Team TGRT Racing e.V., meine Frau und ich hatten uns eine Deadline gesetzt. Wenn das Kind nicht bis zum 4. September um Mitternacht kommt, dann fahre ich nicht zum Sachsenring.“ Genauso ist es passiert.

Ob Michel in diesem Jahr überhaupt noch Rennen in der IDM Superstock 600 bestreitet, bleibt fraglich. Der Punkteverlust in der Wertung ist durch das Fehlen bei einer Veranstaltung in diesem Jahr nicht mehr aufzuholen. „Die Rennen auf dem Lausitzring und in Hockenheim sind deshalb in der Schwebe. Wir werden das noch einmal intern besprechen“, hat Michel das Thema aber noch nicht ganz abgehakt.