IDM
Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft
Moto3-WM: „Ich konnte es gar nicht richtig glauben“

Moto3-WM: „Ich konnte es gar nicht richtig glauben“

Leo Rammerstorfer ist der Sprung in die Grand-Prix-Szene gelungen. Drei IDM-Jahre formten ihn. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Es war wie ein Wunder für ihn selbst und eine Sensation für alle deutschsprachigen Fans der Motorrad-Weltmeisterschaft: Der Österreicher Leo Rammerstorfer steht vor seiner ersten Grand-Prix-Saison in der Moto3-Klasse. Damit wird es 2026 zumindest wieder einen Fahrer mit deutscher Muttersprache im Paddock geben – und sein Sprungbrett war die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) aus der jetzt die neue EURO MOTO hervorgegangen ist.

In den letzten Tagen hat das Telefon bei den Rammerstorfers in Feldkirchen ständig geklingelt. Die Sponsoren haben angerufen, die Presse wollte Genaueres wissen, Termine mussten abgestimmt werden. Das italienische Team SIC58 Squadra Corse hatte zuvor die Verpflichtung von Leo Rammerstorfer für die Moto3-Saison 2026 verkündet. Der 21-jährige Österreicher erhielt den zuerst für den Schweizer Noah Dettwiler reservierten Platz. Dieser hatte seine Ansprüche darauf trotz seiner schnell fortschreitenden Genesung nach dem desaströsen Unfall in Sepang abgegeben. Für Dettwiler kommt die neue Saison zu früh.

Leo Rammerstorfer und sein neuer Chef. Paolo Simoncelli gründete das Team 2013 zu Ehren seines Sohnes Marco, der beim Großen Preis von Malaysia 2011 tödlich verunglückte. Foto: Roman Rammerstorfer

Leo Rammerstorfer gehörte drei Jahre lang zum Kader des sächsischen Freudenberg-Teams. Als er mit seinem Vater 2020 spontan zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf den Lausitzring fuhr, glich der Ausflug fast einem Himmelfahrtskommando. Das in der Supersport 300 Freudenberg-Team gewährte den Beiden Unterschlupf und kümmerte sich auch um die mitgebrachte Yamaha. Am Saisonende wechselte er das Fabrikat und fuhr wie seine Teamkollegen Lennox Lehmann und Dirk Geiger eine KTM RC 390 R. Ein Jahr später errang Rammerstorfer auf dem Red Bull Ring seinen ersten Podiumsplatz und 2020 verabschiedete er sich mit drei Siegen und drei weiteren Podiumsplatzierungen vom Freudenberg-Team und der IDM Supersport 300. Der Grundstein für die WM-Karriere wurde auf deutschem Boden gelegt. Seine nachfolgenden Leistungen im Red Bull Rookies Cup und im FIM Junior-GP brachten den gelernten Installateur dorthin, wo er jetzt ist.

Leo Rammerstorfer als Gastfahrer in der IDM Sportbike in Hockenheim 2025

„Ich konnte es gar nicht glauben, was da passiert ist“, ist Leo Rammerstorfer immer noch von den Ereignissen überwältigt. „Seit dem Sturz von Noah Dettwiler war ich mit dem Team SIC58 Squadra Corse in Kontakt. In Valencia wurde alles konkreter und ein italienischer Manager hat sich eingebracht. Mit den Details kennt sich mein Papa aus.“

Während der 21-jährige Leo in Zukunft an der Seite seinen irischen Teamkollegen Casey James O’Gorman in der Moto3-WM antritt, führt sein Bruder Luis Rammerstorfer die Tradition fort und erfreut sich 2026 der Sportbike-Nachwuchsförderung im Team Freudenberg-RORA Paligo Racing im IDM-Nachfolger EURO MOTO.