Mit eisernem Willen, enormer Härte und unerschütterlichem Frohsinn sorgt Oliver Svendsen für Schlagzeilen. Der verletzte Däne wird trotz seines Bruchs an Waden- und Schienbein bei der vorletzten IDM-Runde des Jahres am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring starten. Das ist jedenfalls der Plan.
Der fünffache Laufsieger und Titelfavorit aus der IDM Sportbike humpelte vor zwei Wochen in Assen mit einer Orthese am linken Bein durchs Fahrerlager, nachdem er kurz zuvor bei einer privaten Rennveranstaltung schwer gestürzt war und sich verletzt hatte. Am liebsten wäre er trotz der Blessuren auf seine Triumph Daytona gestiegen, doch die leitende Ärztin erklärte den 21-jährigen Dänen für „unfit.“ Das Triumph Germany Racing Team musste tatenlos zusehen, wie Svendsens komfortabler 40-Punkte-Vorsprung in der Meisterschaft innerhalb weniger Stunden gegen Null schrumpfte. Mit seinem größten Meisterschaftskonkurrenten Iñigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) herrscht jetzt Gleichstand.
„Ich gehe davon aus, dass Oliver auf dem Nürburgring fährt“, ist Technik-Chef Lothar Kraus im Hinblick auf den Titelkampf deshalb überzeugt. „Die Rennärztin aus Assen ist auch in der Eifel im Einsatz. Sie hat gesagt, dass Oliver fahren darf, wenn er eine Treppe hoch- und runterlaufen kann. Die Beweglichkeit des Beins muss gewährleistet sein.“ Daran wird es vermutlich nicht scheitern.
Kraus ist schon dabei, es dem Dänen auf dem Motorrad etwas leichter zu machen. Die Sitzbank wurde bereits erhöht und momentan werden verschiedene Setup-Möglichkeiten ausgelotet. Dass es am Donnerstag vor der Veranstaltung auf dem Nürburgring einen zusätzlichen Trainingstag für alle Interessenten gibt, spielt dem Team in die Karten.
Zusätzlich schwört Kraus auf Physiotherapeut Jacques Beumers von IDM-Partner WOYP: „Der biegt alles gerade. Beim 200-Meilen-Rennen in Daytona ist Josh Herrin im Training gestürzt, hat sich bei ihm im Fahrerlager behandeln lassen und nachher hat er das Rennen gewonnen. Unseren Oliver kriegt er auch hin.“
Svendsen ist als Meister der IDM Supersport 300 in die neue Sportbike-Klasse aufgestiegen und auf dem Weg zum zweiten Titel in Folge.