Criminal Tango: Während in der 600er Hubraumklasse alles geklärt ist, läuft in der 1000 ccm-Wertung ein Krimi ab. Text: Anke Wieczorek; Foto: Björn Gramm

Die Promidichte in der IDM Sidecar mit 600 ccm Hubraum beim IDM-Finale in Hockenheim ist beeindruckend. Allein Tim Reeves (Adolf RS Yamaha) und Pekka Päivärinta (LCR Yamaha) bringen es gemeinsam auf zwölf WM-Titel. Sie waren auch die ersten im Ziel des heutigen Laufes. Reeves, der den IDM-Titel schon vorzeitig gewonnen hatte, siegte mit 3,201 Sekunden Vorsprung vor dem Finnen, der als Gastfahrer keine Punkte bekommt. Diese hätten dafür Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS Kawasaki) eingestrichen, wenn sie nicht mit einem technischen Defekt auf der Strecke geblieben wären.
Ihr Drama: So groß wie in diesem Rennen wird die Chance kaum noch einmal werden, den Schweizern Markus Schlosser/Marcel Fries (LCR Yamaha) den Vizerang in der Meisterschaft zu entreißen. Die Beiden waren nämlich schon ganz am Anfang mit einem Kupplungsschaden ausgefallen. Hätten Sattler/Neubert das Ziel gesehen, hätten sie das Ding drehen können. Jetzt wiederum sitzt dem deutschen Duo die schweizerisch-deutsche Kombination Jakob Rutz/Björn Bosch (LCR Yamaha) mit nur einem Punkt Rückstand im Nacken.

In der hubraumstärkeren Klasse bis 1000 ccm hat sich die Situation im Titelkampf auf das Höchstmaß zugespitzt. Andres Nussbaum/Manuel Hirschi (LCR Suzuki) haben die Lücke zum bis dato führenden Team mit Mike Roscher/Anna Burkard (LCR BMW) geschlossen. Die Schweizer gewannen das Rennen. John Smits und sein Beifahrer Gunter Verbrugge (RCN Yamaha) hatten sich zum Schluss in der Sachs-Kurve noch an Roscher vorbeigedrängt, der dadurch Dritter wurde. Er zuckte ratlos mit den Schultern: „Irgendwas ist plötzlich am Fahrwerk passiert. Es hat sich nicht gut angehört.“ Tatsache ist, dass Roscher und Hirschi nach diesem Zieleinlauf mit exakt gleicher Punktzahl ins letzte Rennen der Saison starten werden. Enger geht es wirklich nicht.