Der nächste Sieg für Ilya Mikhalchik. Es ist der sechste in Folge. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Mit dem neunten Saisonsieg hat Ilya Mikhalchik (alpha Racing Van Zon-BMW) seinen Vorsprung in der IDM Superbike 1000-Gesamtwertung weiterausgebaut.
Gewinnt der 23-jährige Ukrainer heute auch den zweiten Lauf in der „Cathedral of Speed“ in Assen, hat er seinen Meistertitel in der Königsklasse von Deutschlands höchster Serie im Motorradstraßenrennsport noch vor dem IDM-Finale in Hockenheim verteidigt.

Ricardo Brink (Team SWPN, Yamaha), der von der zweiten Position gestartet war, hatte das Feld rundenlang angeführt. Schnell hatte sich ganz vorn ein Dreier-Pulk formiert. Brink lieferte sich mit Bastien Mackels (Wilbers-BMW-Team) und Mikhalchik heiße Gefechte. Kurz nach der Hälfte der Distanz war Mikhalchik vorn und er blieb es auch bis zum Schluss. Mackels konnte das Tempo annähernd mitgehen. Brink musste als Dritter inzwischen die Angriffe des herangekommenen Pepijn Bijsterbosch (Team Dutch Comfort Houses, BMW) abwehren – am Ende mit Erfolg.

Dominic Schmitter (Hess Racing, Yamaha), der die Schweizer Meisterschaft anführt, kam bei seinem zweiten IDM-Start in diesem Jahr als Fünfter ins Ziel. Um ihn herum brannte die Luft. Alessandro Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda) war auf Überholkurs. Hinter dem Italiener saß wiederum Marc Moser (MGM Racing Performance, Yamaha) dem neuen Endurance-Weltmeister Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing) im Nacken. Im Schluss-Spurt schnappte sich Moser gleich Beide: Nigon und Polita. Der Deutsche wurde hinter Schmitter auf der letzten Rille Sechster.

Nigon fiel noch auf den neunten Platz zurück, weil sich Julian Puffe nach vorn gearbeitet hatte. Der 23-jährige Teamkollege von Mikhalchik war während des ganzen Wochenendes stark gebeutelt. Nach seinem Sturz im freien Training am Freitag war nicht nur das Motorrad stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern Puffe hatte am ganzen Körper Prellungen erlitten, die sich nun bemerkbar machten. Vor allem der Rücken tat Puffe bei jeder Bewegung weh. Er hatte trotzdem alles versucht, um vom 16. Startplatz aus in die Top 9 zu kommen. Denn ab dort greift der Reverse-Grid für den zweiten Lauf. Das heißt: Als Achter des ersten Laufes wird Puffe das zweite Rennen von der fünften Position aus in Angriff nehmen.

Sieger Ilya Mikhalchik startet von der neunten Position, was ihn nicht großartig stören sollte. „Ich bin im ersten Lauf nicht am Limit gefahren und hatte alles unter Kontrolle. Ich habe an die Meisterschaft gedacht und wollte es nicht übertreiben.“ Dass ein Sieg auch von der neunten Position aus möglich ist, hat er bereits in Most und in Schleiz gezeigt.

Für Bastien Mackels, der seinen ersten IDM-Renneinsatz in diesem Jahr hat und im zweiten Lauf von Position acht starten wird, ist das alles Neuland. „Ich muss das auf mich zukommen lassen.“