Die Zeit ist reif: Sander Kroeze will auf der MGM-Yamaha zu Hause auf dem TT-Circuit van Drenthe Erster sein. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Hier sind wir zu Hause. Die Niederländer demonstrieren auf dem TT Circuit in Assen ihre Macht. Sander Kroeze (MGM Racing Performance) eroberte sich im ersten Qualifying in der IDM Supersport 600 die vorläufige Pole Position. Er hofft, dass ihn im zweiten Qualifying am morgigen Samstag niemand mehr vom Sockel stößt. Die Chancen stehen nicht schlecht. Laut Wetterprognosen soll es mehrere Regenschauer geben. Kroeze ist das egal. „Ob gutes oder schlechtes Wetter, ich muss in jeder Situation vorn sein.“ Es wäre die erste Pole Position des 17-Jährigen, der nur 45 Kilometer vom TT-Circuit entfernt zu Hause ist.

Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy) versuchte in der letzten Runde, Kroezes Bestzeit von 1:42,089 min zu toppen. Im ersten Sektor lag er gleichauf mit dem Niederländer, im zweiten blieb der Titelverteidiger aus Hohenstein-Ernstthal plötzlich zwei hundertstel Sekunden zurück. An einigen Teilen der Strecke hatte es die ersten Regentropfen gegeben. Enderlein steht vorläufig auf der zweiten Startposition. Die drittschnellste Zeit gelang Marc Buchner vor den Rubin-Brüdern Daniel und Dominik. Bis einschließlich der 13. Position reihen sich ausnahmslos Yamahas hintereinander auf.

Mit Christoph Beinlich folgt danach der beste Kawasaki-Pilot (Kawasaki Weber-Motos Racing Team). Sein Teamkollege Gabriel Noderer wurde auf Platz 17 gewertet. Der Bayer war im freien Training wegen klackernder Motorgeräusche an den Streckenrand gefahren. Er befürchtete, der Antrieb geht kaputt und könne Öl verlieren. Als sich das nicht bewahrheitete, fuhr Noderer weiter in Richtung Box. Der Motor wurde bis zum ersten Qualifying trotzdem getauscht.

Im DMSB Superstock 600 Cup, der im gleichen Feld fährt, aber separat gewertet wird, musste sich Tabellen-Spitzenreiter Stefan Ströhlein (Neumann Racing) diesmal als Vierter hinter Milan Merckelbagh (MGM Racing Performance), Joep Overbeeke (Team Apreco) und Jan Schmidt (Frankfurt Customs Racing Team) anstellen. „Kein Problem, wir sind dran.“ Ströhlein könnte den Cup in Assen vorzeitig gewinnen. Er hat einen Vorsprung von 60 Punkten zu Verfolger Jan Schmidt.