Sie halten zusammen, wenn es drauf ankommt: Nina Schubrikoff und Julia Hämmer gehen die Herausforderung IDM gemeinsam an. Text + Foto: Anke Wieczorek

„Klar doch“, kommt es wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, ob sie auch 2020 in der IDM Supersport 300 bleiben. Julia Hämmer und Nina Schubrikoff haben sich eindeutig fürs Weitermachen in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) entschieden. „Ich hab´ Blut geleckt und ich sehe da schon noch Potential“, zeigt sich „Jule“ Hämmer angriffslustig. Das Einzige was ihr zum glücklich sein noch fehlt, sind neben dem ersten Meisterschaftspunkt noch ein paar Ersatzteile, die in Griffnähe bereit liegen sollten. Denn ab und zu haut es die 27-jährige Schwäbin doch noch von der Yamaha YZF-R3 runter. Für die Reparaturen wäre ein kleines Arsenal an Teilen nicht die schlechteste Anlage.

„Ich brauche aber für den Rennsport eine Freundin“, sagt Jule. „Eine, mit der ich reden und lachen kann. Eine, die mich versteht und die am Start manchmal noch genauso viel Schiss in der Buchse hat wie ich.“ Jule Hämmer trägt das Herz auf der Zunge und außerdem ist sie extrem ehrgeizig. Aber nur unter Männern will sie nicht sein.

Die gute Freundin hat sie gefunden. Sie tickt wie Jule, ist aber komplett anders. Das Gegenstück heißt Nina Schubrikoff, ist 25 Jahre und kommt aus dem nordrhein-westfälischen Wilnsdorf. Sie ist nicht wie Jule im Deutschen Langstreckencup und im Deutschen Rundstreckencup gefahren, sondern im Hafeneger-Cup. „2019 wollten wir dann unbedingt etwas zusammen machen“, berichtet die MGM Yamaha-Teamkollegin. Für beide Damen war die IDM komplettes Neuland. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser und alles komplett anders als zuvor. Ich musste meinen Fahrstil umstellen, im Gegensatz zur 600er-Yamaha ist die R3 absolut rund zu fahren“, meint Nina weiter und fügt hinzu: „Und wenn Du die Chance hast zu attackieren, musst Du das sofort tun und bloß nicht warten. Die Leistungsdichte ist enorm.“

Die IDM Supersport 300 gehört als Nachwuchsklasse längst zu den Bestsellern auf der Rennstrecke. Sie ist extrem hart umkämpft. Nina Schubrikoff, die sechs Meisterschaftspunkte auf dem Konto hat, machte in diesem Zusammenhang in der kleinsten IDM-Prädikatsklasse noch eine weitere Erfahrung. „Das Fahrwerk spielt hier eine große Rolle. Darauf musste ich bisher auch nie achten.“ 2020 weiß sie von Anfang an Bescheid.