BU: Wer Action will, ist bei der IDM Supersport 300 richtig. Die Leistungsdichte ist eng. Sieger des ersten Laufes in Most wurde Victor Steeman. Text: Anke Wieczorek; Foto: Markus Perpeet, MPS/Dino Eisele

Nur an der Führung von Victor Steeman (Freudenberg WorldSSP Team, KTM) gab es nichts zu rütteln. Ansonsten herrschte in der IDM Supersport 300 ein spektakuläres Gerangel um die Plätze. Ein Sechserpack mit Angelo Licciardi (Kawasaki), Rick Dunnik (Yamaha), Walid Khan (Kawasaki), David Kuban (KTM), Toni Erhard (KTM), Melvin van der Voort (Yamaha) und Ruben Bijman (Yamaha) verstrickten sich untereinander in diverse Zweikämpfe mit ständigen Positionswechseln.

In der zweiten Hälfte des Rennens meldete David Kuban immer öfter seine Ansprüche auf den Platz hinter Steeman an, der sich schon sechs Sekunden von seinen Verfolgern abgesetzt hatte. Kuban ist der tschechische Lokalheld, der sein Land schon im ADAC Junior Cup vertreten hat.
In der letzten Runde kam es zum großen Showdown. Am Sieg von Victor Steeman gab es bei mittlerweile knapp zehn Sekunden Vorsprung keinen Zweifel. Aber dahinter ging es um Alles oder Nichts. Kuban strauchelte dabei und stürzte. Walid Khan, vom achten Platz gestartet, wurde plötzlich als Zweiter abgewunken. Der Niederländer erhielt die vollen 25 Meisterschaftspunkte, da Lauf-Gewinner Steeman außerhalb der Wertung gefahren war. Als Dritter sah Angelo Licciardi die schwarz-weiß-karierte Flagge. Der Belgier baute damit seine Führung in der Gesamtwertung um vier Punkte aus. Er hat jetzt acht Zähler mehr als Rick Dunnik, der im Rennen Vierter wurde.

Titelverteidiger Toni Erhard musste sich mit Rang sechs zufrieden geben. Er war der beste Deutsche im Feld. Vier Punkte gab es für eine Lady: Nina Schubrikoff auf Yamaha.

Erst auf Position 18 wurde Jan–Ole Jähnig (KTM) gesichtet, der WM-Teamkollege von Sieger Victor Steeman. Was war passiert? „Ich bin nicht hier, um Topzeiten zu fahren“, berichtete der 18-Jährige. „Ich teste WM-Material, zum Beispiel die Elektronik. Ich muss damit Meter machen.“ Jähnig ist derzeit WM-Fünfter. „Bis zum zweiten Platz sind nur sechs Punkte Abstand.“ Im morgendlichen Qualifying war der KTM-Pilot gestürzt. „Ich bin über die Kerbs gefahren, aber da ist Sand untergemischt. In der WM fahren wir voll drüber. Das geht hier nicht.“