Er war vor 17 Jahren das letzte Mal auf der Strecke von Most, kennt keine einzige Kurve mehr, hat aber die Pole Position: Erwan Nigon auf Kawasaki. Text: Anke Wieczorek; Foto: MPS/Dino Eisele

Das Wetter hat die Startaufstellung in der IDM Superbike 1000 zum Glücksspiel gemacht. Waren die Verhältnisse in den freien Trainings in gewohnter Ordnung schnell geklärt, so geriet im regnerischen Qualifying alles durcheinander. Erwan Nigon (Weber-Motos Racing) stellte die Kawasaki nach sieben Runden und einer Bestzeit von 1:38,232 Minuten in der Box ab. Der Langstrecken-Weltmeister hat in seiner Karriere gefühlt Tausende von Kilometern unter solchen Bedingungen abgespult. Folgt jetzt der zweite Saisonsieg auf der Sprintstrecke in der IDM Superbike 1000?

Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) brachte in nur fünf Runden eine Zeit von 1:38,489 Minuten zustande. Alessandro Polita (Honda Holzhauer Racing Promotion) absolvierte acht Runden und kam auf eine Zeit von 1:39,599 Minuten. Das heißt auch: Kawasaki, BMW und Honda besetzen die erste Startreihe. Das gab es in diesem Jahr noch nicht.

BMW-Pilot Stefan Kerschbaumer, der den verletzten Jan Mohr im BCC-Team vertritt, ist Vierter vor Julian Puffe (alpha Racing-Van Zon-BMW) und Bobby Bos (HPC-Power Suzuki Racing). Puffe erklärt, was da passiert ist und weshalb er für seine Verhältnisse so weit hinten steht: „Im ersten Qualifying hat es genieselt. Wir dachten, das gibt sich wieder und haben gewartet, dass das Wetter besser wird. Leider zu lange. Es ist nur noch schlechter geworden. Zum Glück hat es für mich noch für den fünften Startplatz gereicht.“

Die nächsten Startplätze werden belegt von Philipp Gengelbach (Suzuki), Toni Finsterbusch (Suzuki), Marc Neumann (BMW) und dem besten Yamaha-Fahrer Marc Moser.

Im zweiten Qualifying blieben bis auf Ricardo Brink SWPN, Yamaha), Leon Langstädtler (MPB Racing) und Kevin Sieder (HPC-Power Suzuki Racing) sämtliche Fahrer in der Box. Der Grund: Regen. Brink musste auf jeden Fall raus. Er hatte am Morgen keine einzige komplette Runde gedreht, die er für die Qualifikation dringend benötigte. Der Niederländer hatte die 115 %-Regel nicht erfüllt. Nach dem zweiten verregneten Qualifying entschied die Rennleitung, dass er trotzdem starten darf, aber von ganz hinten. Brink: „Ich muss unter die ersten Neun kommen. Das heißt Vollgas.“ Auf dem Lausitzring war der 21-Jährige zum Saisonbeginn aufs Podium gefahren.