Er hat gewartet, langsam aufgeholt und schließlich zugeschlagen: Ilya Mikhalchik gewann beide Rennen auf dem Schleizer Dreieck. Text: Anke Wieczorek; Fotos: MPS/Dino Eisele

Wenn er nicht einem technischen Defekt eingebremst wird, ist IDM Superbike 1000-Titelverteidiger Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) nicht zu schlagen. Mit einer Ausnahme: Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing) hatte es in Oschersleben geschafft.
Mikhalchik verfügt über eine besondere Fähigkeit. Er gewinnt die Rennen im Kopf. Er ist total auf das Siegen fokussiert. Der 22-jährige Ukrainer vom Team alpha Racing-Van Zon-BMW lieferte auf dem Schleizer Dreieck eine erneute Kostprobe ab. Er gewann auch den zweiten IDM Superbike 1000-Lauf und verwies seinen Teamkollegen und derzeitigen Meisterschaftsführenden Julian Puffe auf den zweiten Platz. Das bedeutet zudem, dass Mikhalchik in der Tabelle wieder näher an Puffe herangerückt ist. Die Beiden trennen jetzt nur noch neun Punkte.

Julian Puffe hatte es sich so sehr gewünscht, bei seinem Heimrennen zu gewinnen. Schon im vergangenen Jahr blieb dem Lokalmatador der für ihn so wichtige Triumph verwehrt. Nun meinte er: „Eigentlich müssen wir zufrieden sein. Ich habe viel Führungsarbeit geleistet, doch im letzten Drittel muss ich noch etwas finden, um vorne bleiben zu können. Wir werden es schaffen.“ Der Kampf um die Meisterschaft ist noch lange nicht gegessen.

Der Reverse-Start sorgte dafür, dass Mikhalchik von der neunten Position und Puffe vom achten Platz ins Rennen gingen. Puffe kam schon aus der ersten Rennrunde als Dritter zurück. In der zweiten Runde führte er das Feld an. Hinter ihm positionierten sich Pepijn Bijsterbosch (Dutch Comfort Houses), der die Gunst der Stunde und seine Pole Position aus dem zweiten Lauf nutzte. Marc Moser (MGM, Yamaha), Alex Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda) und Ricardo Brink (SWPN, Yamaha) kämpften untereinander um Positionen. Mikhalchik hatte sie zum Schluss alle geschnupft. Er gewann vor Puffe und Bijsterbosch. Das ergab wie nach dem ersten Lauf ein totales BMW-Podium. Vierter wurde Moser, Fünfter Polita. Seit der IDM-Runde auf dem Nürburgring liegt Moser im Aufwärtstrend. Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck haben ihn bereits auf den siebten Platz in der Gesamtwertung vorgespült.

Stefan Kerschbaumer erwies sich als Vertretung von Erwan Nigon, der im japanischen Suzuka erfolgreich um den Weltmeistertitel in der FIM Langstrecken-WM kämpfte, als gute Wahl. Er wurde Sechster. Auf dem siebten Platz kam Marc Neumann (Neumann Racing) ins Ziel – und das zum zweiten Mal am Wochenende. Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck brachten ihm die bisher mit Abstand beste Punkteausbeute in diesem Jahr.