Hier ist kein Platz für Fehler. In der IDM Supersport-/Superstock 600-Klasse entscheiden Tausendstelsekunden über Sieg und Niederlage. Text: Anke Wieczorek; Fotos: MPS/Dino Eisele

Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy) startet in der IDM Supersport 600 auf dem Schleizer Dreieck von der Pole Position. Und der Kampf zwischen dem Hohenstein-Ernstthaler und dem Australier Tom Toparis (Benro Racing) findet damit seine Fortsetzung. Nur 0,114 Sekunden trennen die Konkurrenten auf den ersten beiden Plätzen voneinander. Marc Buchner (Buchner Motorsport) wird als dritter Yamaha-Pilot in Folge seine YZF-R6 an den Start rollen. Für Buchner war zuletzt in Zolder ein Befreiungsschlag eingetreten. Nach einer langen Durstrecke war er Dritter geworden.

Eine Kawasaki eröffnet die vierte Startreihe. Luca Grünwald sorgte für ein Aufatmen im Kawasaki Schnock Team Motorex. Rainer Schnock hatte für 2019 neben einem potentiellen Podiumskandidaten eine Nachwuchstruppe verpflichtet. Dass sein Aushängeschild verletzungsbedingt bei zwei Veranstaltungen, das heißt vier Rennen fehlte, hat den Motorradhändler aus Anröchte zermürbt. Nun ist alles gut. Christoph Beinlich (Kawasaki Weber-Motos Racing) fordert auf dem fünften Startplatz das interne Kawasaki-Duell heraus. Auf dem sechsten Platz und einem hauchdünnen Abstand von 0,058 Sekunden steht mit Sander Kroeze (MGM Racing Performance) wieder ein Yamaha-Pilot.

Am Streckenrand gesichtet wurde übrigens Kevin Wahr, der vor der Saison zu den Favoriten auf den IDM Supersport 600-Titel zählte. Doch es kam vieles dazwischen. Die Frau seines Teamchefs erkrankte schwer. Wahr wurde im Familienbetrieb zunehmend eingespannt und als die IDM am 21. bis 23. Juni in Zolder gastierte, hat der 30-jährige seine langjährige Partnerin Sonja geheiratet. Eine Rennsaison kam demzufolge nicht zustande. „Ich darf jetzt Kinder machen“, lacht Wahr, der sich die IDM-Runde in Schleiz aber keinesfalls entgehen lassen wollte. Er machte sich als „Praktikant“ bei Nachwuchsfahrer Sandro Wagner (Rubin Racing Team) nützlich. Warum Praktikant? „Weil ich die Seite getauscht habe und alles neu für mich ist.“

Ein entspannter Abend ist bei Familie Jenkner angesagt. Moritz (PZmotorsport Racespare.com) ist der schnellste Fahrer in der Superstock 600-Klasse, in der weniger geschraubt werden darf, die aber im Feld der Supersportler mitfährt und getrennt gewertet wird. Moritz ist der Sohn des ehemaligen Grand-Prix-Piloten Steve Jenkner. Stefan Ströhlein (Neumann Racing) erreichte die zweitschnellste Zeit in der Superstock-Kategorie. Drittschnellster war Milan Merckelbagh, „der Neue“ bei Yamaha MGM. Die Wege des 18-jährigen und seines bisherigen Teams Benro Racing haben sich getrennt.