Fährt Julian Puffe der Konkurrenz in Schleiz davon oder jagt er Ilya Mikhalchik hinterher? Der Ukrainer steht auf der Pole Position. Text: Anke Wieczorek; Fotos: MPS/Dino Eisele

Mit der fabelhaften Rundenzeit von 1:24,903 Minuten hat Ilya Mikhalchik (Alpha Racing-Van Zon-BMW) die Pole Position in der IDM Superbike 1000 erobert. Lokalmatador Julian Puffe blieb auf dem Schleizer Dreieck 0,451 Sekunden hinter seinem Teamkollegen aus der Ukraine. Puffe ist der Gesamt-Führende in der IDM-Königsklasse. Seine ganze Familie, Sponsoren und jede Menge Fans und Freunde sind in die Rennstadt angereist.

Im freien Training hatte den 23-Jährigen das Pech ereilt. Die Elektronik der BMW S 1000 hatte einen Aussetzer und Puffe wurde schon im gleichen Moment von seinem Motorrad abgeworfen. Stundenlang hielt er seinen Fuß an eine Kühlkompresse. Für Puffe wäre es freilich grandios, könnte er die beiden Sonntagsrennen in der IDM Superbike zu Hause gewinnen, doch immer wieder geht sein Blick aufs Handy zur Wetterabfrage. Die Aussichten sind nicht rosig. Die deutliche Abkühlung ist willkommen, nicht aber die angesagten Gewitter und Regenfronten. Puffe hofft, dass der Fall nicht eintritt und die Wolken einen anderen Weg nehmen. Er ist kein Regenfahrer.
Ganz anders ist das bei Ilya Mikhalchik. Der 22-Jährige aus Kiew zuckt mit den Schultern und macht sich keine Gedanken. Er muss auf jeden Fall Punkte aufholen. Zur Saisonhälfte liegt er 19 Zähler zurück.

Die drittschnellste Zeit im Qualifying gelang Marc Moser (MGM Racing Performance). Vor einer Woche stand er beim IDM-Lauf im Rahmen des Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring auf dem Podium. Der Knoten im MGM-Team scheint geplatzt zu sein, auch wenn Mosers YZF-R1M gestern einen heftigen Schaden einstecken musste. Moser war gestürzt, das Motorrad überschlug sich mehrfach.

Jan Bühn (EGS Moto Racing, BMW) beginnt das Rennen aus der zweiten Startreihe. Der Kronauer ist erst zum dritten Mal in diesem Jahr dabei. Eine Handverletzung hatte ihn lange ausgebremst. An Schnelligkeit hat Bühn jedoch nichts verloren und er ist eine entscheidende Komponente im Spitzenkampf. Pepijn Bijsterbosch (Dutch Comfort Houses, BMW) mit der Startnummer „55“ verlor bei der Zeitenjagd nur unwesentlich gegenüber Bühn und startet von Position fünf. Die Startreihe komplett macht Alessandro Polita auf Honda (Holzhauer Racing Promotion).

Fünf Motorradmarken sind in der IDM Superbike vertreten. Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer) Sist auf dem neunten Startplatz der beste GSX-R 1000-Fahrer, Stefan Kerschbaumer (Weber-Motos Racing) auf dem zehnten Platz der schnellste und einzige Kawasaki-Fahrer. Alle Hersteller haben somit mindestens einen Fahrer in der Top Ten der Startaufstellung.