Es ist wieder soweit. Die IDM-Kultveranstaltung auf dem Schleizer Dreieck steht bevor. Tausende von Zuschauern dürfen sich auf Highlights auf und neben der Strecke freuen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck vom 26. bis 28. Juli 2019 zählen zu den Höhepunkten im Kalender der IDM, veranstaltet von der Motor Presse Stuttgart. In diesem Jahr setzt Lokalmatador Julian Puffe (alpha Racing-Van Zon-BMW) dem Event das Sahnehäubchen auf. Der 22-jährige Schleizer mit der Nummer „19“ rollt als Gesamt-Führender in der IDM Superbike 1000 an den Start. Die Motorräder in der IDM-Königsklasse haben über 200 PS und sind 300 km/h schnell. Ein abwechslungsreiches Programm auf und neben der Rennstrecke sorgt für eine weitere Neuauflage der Kultveranstaltung.

Der Herzschlag von Julian Puffe ist jetzt doch etwas lauter. Nachdem er am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring die Führung in der IDM Superbike 1000-Klasse zurückerobert hat, beobachten ihn die Fans bei seinem Heimrennen noch genauer. Wenn die Königsklasse am Wochenende auf der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands fährt, kommen auch Familie, Sponsoren und Fans. Sogar Bruder Daniel, der selbst Rennfahrer war und jetzt in Österreich lebt, hat sich angemeldet.

Julian Puffe führt die Superbike-Wertung vor seinem Teamkollegen und Titelverteidiger Ilya Mikhalchik an. Die beiden BMW-Piloten trennen 19 Punkte. Der Ukrainer war auf dem Nürburgring wegen eines technischen Defekts an der BMW S 1000 RR in Führung liegend ausgefallen. Kann er in Schleiz seinen Rückstand auf Puffe verkürzen? Der IDM-Dritte Erwan Nigon (Kawasaki Weber Motos Racing) fehlt in Thüringen. Der schnelle Franzose bestreitet das am gleichen Wochenende stattfindende Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Suzuka (J). Für Nigon ist der WM-Titel mit einem französischen Team in greifbarer Nähe. In der IDM wird er auf dem Schleizer Dreieck durch den Österreicher Stefan Kerschbaumer ersetzt. Mit BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha engagieren sich fünf Marken in der IDM-Königsklasse. Alle haben mindestens einen Fahrer in den Top 7 der Gesamtwertung platziert. Alessandro Polita (HRP Honda) ist Fünfter, Ricardo Brink (SWPN Yamaha) ist Sechster und Toni Finsterbusch (Mayer Suzuki) Siebter. Das Starterfeld ist international hochkarätig besetzt.

In der IDM Supersport 600, der bewährten Aufsteigerklasse, hat Yamaha die Macht in den Top Ten, angeführt von Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Team). Der Hohenstein-Ernstthaler kann sich aber nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Der Australier Tom Toparis (Benro Racing) folgt dem Sachsen in der Zwischenwertung der Meisterschaft im Windschatten. Für Farbtupfer in der Yamaha-Armada sorgen einzig Gabriel Noderer und Christoph Beinlich (Kawasaki Weber Motos Racing). Sie belegen die Tabellenplätze fünf und zehn. Im Supersport-Feld sind die Fahrer der Superstock 600-Klasse integriert. Hier darf weniger an den Motorrädern verändert werden. Die Klassen werden getrennt gewertet. Um sie auf der Strecke optisch unterscheiden zu können, haben die IDM Supersport 600-Piloten weiße Startnummerntafeln mit blauen Zahlen. Die Superstock-Abteilung hat blaue Tafeln mit weißer Schrift.

Rick Dunnik (Yamaha), Angelo Licciardi (Kawasaki) und Colin Velthuizen (Nutec-RT Motorsport by SKM-Kawasaki) heißen die Spitzenfahrer in der IDM Supersport 300. Hier kämpft der Nachwuchs ab 13 Jahren um IDM-Punkte. David Kuban aus Tschechien schiebt als Gesamt-Vierter eine KTM in den Grid. Bester Deutscher ist derzeit auf dem fünften Platz Troy Beinlich (Kawasaki), der jüngere Bruder von Christoph Beinlich aus der 600er-Klasse. Sie kommen aus dem nur 40 Kilometer von Schleiz entfernten Pößneck.

In der IDM Sidecar gibt es ein Wiedersehen mit Tim Reeves/Mark Wilkes, Markus Schlosser/Marcel Fries, Bennie Streuer/Kevin Rousseau und Josef Sattler/Uwe Neubert. Das rein deutsche Duo wird auf der letzten Rille vollzählig in Schleiz anreisen. Weil Sattler beim WM-Lauf am vergangenen Wochenende in Oschersleben einen Motorschaden hatte und die Technik erneuert werden muss, kann er sich erst am Donnerstag mit frischen Motoren auf den Weg machen. An der IDM Sidecar nehmen in diesem Jahr zahlreiche Gespanne mit 600 Kubikzentimetern Hubraum aus der Weltmeisterschaft teil. In der IDM wird aber nach wie vor auch am Wettkampf zwischen den 1000 ccm-Gespannen festgehalten. Andreas Nussbaum/Manuel Hirschi liefern sich hier einen engen Kampf mit John Smits/Gunter Verbrugge und Mike Roscher/Anna Burkard.

Gewürzt mit dem Suzuki GSX-R 1000-Cup, dem Twin Cup sowie dem BMW Motorrad BoxerCup ist das Programm auf dem Schleizer Dreieck eine schmackhafte Mischung.
Den Zuschauern werden öffentliche Siegerehrungen und Autogrammstunden im Fahrerlager geboten. Honda lädt Fans und solche, die es werden wollen, zu Probefahrten mit Motorrädern aus der aktuellen Modellpalette ein. Und auf der Race-Party kann abends richtig abgerockt werden.