Der Körper steckt im Reiti-Shirt, aber geschraubt wird bei Pepijn Bijsterbosch. Thomas Reiterberger macht in der IDM weiter. Text: Anke Wieczorek, Foto: highsidePR

Im oberbayrischen Obing leben reichlich 4000 Einwohner. Irgendwo muss es da ein Nest für Motorradracer geben. Denn in Obing sind etliche Rennfahrer zu Hause. Sepp Huber, Tex Geissler, Markus Ober und Adi Stadler haben in der Motorrad-Weltmeisterschaft um Punkte gekämpft. Und Markus Reiterberger ist derzeit die deutsche Superbike-WM-Hoffnung im BMW Motorrad WorldSBK Team.

Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm. Vater Thomas Reiterberger, genannt Tom, hat eine Karriere als Sandbahn-Fahrer hinter sich. Auch Mutter Anita war begeisterte Motorradfahrerin. Das Vater-Sohn-Gespann funktionierte in der IDM lange als Mechaniker-Fahrer-Duo, aber die Zeiten sind Geschichte.

Im WM-Team hat Tom Reiterberger keine Beschäftigung. Also reist er nicht mit, „denn nur rumstehen will ich auch nicht.“ Seit dem IDM-Auftakt auf dem Lausitzring ist das auch nicht mehr möglich. Reiterberger senior hat Lederhose, Weste, Hut und Gamsbart ein weiteres Mal gegen Drehmomentschlüssel, Stecknüsse und Zangen getauscht. Er wurde als Veranstaltungs-Besucher vom Fleck weg von Pepijn Bijsterbosch (Team Dutch Comfort Houses) engagiert und bleibt dort auch bis zum Saisonende. Dass die BMW S 1000 RR des Niederländers richtig schnell rennt, hat sie schon bewiesen. Bijsterbosch wurde vor zwei Wochen damit Dritter im zweiten IDM Superbike 1000-Lauf in Oschersleben.