So hoch springt vor Glück nur Einer: Erwan Nigon hat Kawasaki den lange ersehnten Sieg in der IDM Superbike 1000 beschert. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Mario Bartkowiak

Der zweite IDM Superbike 1000-Lauf in der Motorsport Arena Oschersleben wurde zum Befreiungsschlag für Kawasaki. Erwan Nigon bescherte den Grünen endlich einen lang ersehnten Sieg und die Tabellenführung. Zweiter wurde Ilya Mikhalchik auf der BMW S 1000 RR vor dem niederländischen Markenkollegen Pepijn Bijsterbosch.

Erwan Nigon begeisterte mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg. Er münzte seine Pole Position, die ihm auf Grund der neuen Startaufstellung für das zweite Rennen zuteil wurde, zu einhundert Prozent um. Nach 18 Runden trennten ihn 1,923 Sekunden von seinem Verfolger Ilya Mikhalchik.

Im Ziel knallten die Sektkorken. Das Weber Motos Team hatte sich bei der Siegerehrung versammelt wie auch das französische Langstrecken-Team, für das Nigon am morgigen Sonntag das 8-Stunden-Rennen in der FIM Endurance-WM bestreitet. Die Franzosen sangen bei der Podiumszeremonie voller Inbrunst ihre Nationalhymne mit. „Es ist eine halbe Ewigkeit her, dass Kawasaki ganz oben stand“, empfand Jochen Schmid, der als Gast des IDM-Teams nach Oschersleben gereist war. Der heute 55-Jährige wurde 1995 auf Kawasaki Deutscher Superbikemeister.

Der Zweitplatzierte Ilya Mikhalchik war als Sieger des ersten Rennens von der neunten Position gestartet. Zur Halbzeit des Rennens war der Ukrainer bereits Dritter und legte sich zunehmend mit Bijsterbosch an. Dieser wehrte in der 15. Runde am Ende der Gegengeraden noch die Angriffe ab, doch dann war es um den zweiten Platz geschehen.

Alpha Racing-Van Zon-BMW-Teamkollege Julian Puffe, der als Führender in der höchsten deutschen Klasse im Motorradstraßenrennsport nach Oschersleben kam, wurde Vierter. Der 23-Jährige aus Schleiz hat damit keinen Vorsprung mehr, sondern rangiert jetzt punktgleich mit Nigon an der Tabellenspitze. Und Mikhalchik hat nach dem Ausfall auf dem Lausitzring mit Riesenschritten aufgeholt. Er liegt nur noch vier Punkte zurück.

Dominic Schmitter (Yamaha) wurde Fünfter, Alessandro Polita (Honda) Sechster. Diesmal schaffte es keine Suzuki in die Top Ten. Bobby Bos, Siebter des ersten Laufes, fiel im zweiten auf Platz vier liegend mit technischem Defekt aus. Die Benzinpumpe streikte.