Mach´s gut, Friedrich "Fritz" Heuser. Der Heilpraktiker und Physiotherapeut gehörte mit seiner mobilen Praxis zum Inventar der Yamaha-Truppe, aber auch des ganzen IDM-Fahrerlagers. Am 16. Mai 2019 ist er überraschend gestorben. Text: Anke Wieczorek

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Für Fritz Heuser ging es zu Ende. Der beliebte Yamaha-Physiotherapeut ist verstorben. Gegen sein heimtückisches Krebsleiden war der Hesse, der so vielen Menschen geholfen hat, machtlos. Was bleibt, sind unzählige Erinnerungen und das Wissen, dass Fritz Heuser sein Dasein trotzdem in vollen Zügen genießen konnte, auch wenn es zu kurz war.

Bei 53+ hatte der Inhaber einer Heilpraktiker-Praxis aus Frankfurt-Bornheim aufgehört, die Lebensjahre zu zählen. Jeder ist so alt wie er sich fühlt, lautete seine Devise. Und von seinem Wesen her wurde er auch kein Jahr älter. Nicht nur sein immenses Wissen, seine Begeisterung und teilweise auch unkonventionellen Methoden machten die Rennfahrer fit für den nächsten Einsatz – es waren auch seine kernigen Sprüche mit viel Humor. Was Fritz Heuser ausmachte, das waren seine Erfahrungen, aber auch seine Art, mit Menschen umzugehen. Wenn einer geraucht hat, dann hat er eben geraucht. Er wäre der Letzte gewesen, der seinen Patienten stundenlange Arien über die schädlichen Auswirkungen von Zigaretten vorgebetet hätte. Er wollte niemanden ändern, das ließ der charismatische Eintracht Frankfurt-Fan an sich selbst auch nicht zu.

Fritz Heuser war seit ewigen Zeiten im Rennsport tätig, massierte Grand Prix-Fahrer Carlos Lavado, war in der Langstrecken-Weltmeisterschaft zur Stelle. Als Jörg Teuchert im Jahr 2000 den Supersport-WM-Titel holte, landete Heuser abends bei der großen Party irgendwann am Tresen der deutschen Yamaha-Mannschaft und danach auch gleich im Yamaha-Cup. Es war der Beginn einer innigen Beziehung. Fritz Heuser gehörte dazu und der Cup war irgendwann seine Familie. An vielen Siegen und Titeln hat er seinen Anteil. Er war kein studierter Doktor, aber eines Tages hing über seinem mobilen Praxiszelt im Fahrerlager in bunten Valentino-Rossi-Farben eine Buchstabenkette mit dem Schriftzug „The Doctor“. In den Augen seiner Patienten war er das.

Auch in diesem Jahr wollte Fritz Heuser neben dem Betrieb seiner Praxis in Frankfurt Teil der Yamaha Community sein. Die Reise zum IDM-Auftakt auf dem Lausitzring war schon geplant, einen Tag vor dem Antritt ist er überraschend gestorben. Das IDM-Fahrerlager verliert seinen kompetenten und verlässlichen „Doctor“, einen Freund. Er wird fehlen, aber nicht vergessen sein. Wir werden ihm zu Ehren mit einem Glas Appelwoi anstoßen, seinem Lieblingsgetränk.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 28. Mai, um 9:00, Uhr auf dem Bornheimer Friedhof in Frankfurt/Main, Dortelweiler Straße 104 statt.