Das Warten hat ein Ende: Julian Puffe ist auf dem Lausitzring der erste Sieg in der IDM Superbike 1000 geglückt. Text: Anke Wieczorek, Foto: Dino Eisele

Premiere für eine neue Startaufstellung in der IDM Superbike 1000. Zur Saisoneröffnung auf dem Lausitzring kam das aus der Superbike-WM übernommene Prinzip zum Tragen. Und tatsächlich eröffnete es interessante Entwicklungen. Sieger nach 16 Runden wurde Julian Puffe (BMW) vor Erwan Nigon (Kawasaki) und Ricardo Brink (Yamaha).

Die neue Startaufstellung vor dem zweiten Lauf betrifft die besten neun Fahrer aus dem ersten Rennen. Die Podiumsplatzierten starten aus der dritten Reihe. Vor ihnen stehen der Siebte, der Achte und der Neunte des vorangegangenen Rennes. Ganz vorn sind der Vierte, Fünfte und Sechste aus Lauf 1 positioniert.
In der Lausitz hieß das: Ricardo Brink startete von der Pole Position, während sich Ilya Mikhalchik, Julian Puffe und Erwan Nigon in der dritten Startreihe aufreihten.

Als die Startampel auf „Grün“ schaltete, gelang Brink ein traumhafter Start. Der Niederländer erwies sich an der Spitze als harter Brocken. Nach der ersten Runde hatte er Toni Finsterbusch (Suzuki), Pepin Bijsterbosch (BMW), Nigon, Stefan Kerschbaumer (Yamaha), Puffe, Mikhalchik und Alessandro Polita (Honda) wie an der Perlenschnur aufgezogen hinter sich.
Nach der dritten Runde war Mikhalchik im Windschatten von Brink und im sechsten Umlauf übernahm er die Führung. Nun gab es kein Halten mehr für den Titelverteidiger aus der Ukraine. Er machte sich aus dem Staub und niemand zweifelte an seinem zweiten Sieg des Tages. Bis der 22-Jährige in der neunten Runde schlagartig langsamer wurde und sogar ausrollte. Diagnose am Motorrad: Elektronikdefekt. Es war bitter: Mikhalchik führte mit so großem Vorsprung von Platz neun kommend – und dann das.

Aber auch Puffe hatte sich nach vorn durchgeschlängelt. „Es war schwieriger als sonst. Irgendwie bin ich am Anfang nicht gut vorbei gekommen. Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns mit dem Motorrad. Auf den Geraden fahren mir die anderen weg.“ Was ihn nicht hinderte, sich über seinen ersten Sieg in der IDM Superbike 1000 so sehr zu freuen, dass die Mundwinkel fast von einem Ohr bis zum anderen reichten. Mutter Nora kamen vor lauter Glück die Tränen. Puffe weiß nach dem Lausitzring-Wochenende, dass er gewinnen kann. Auch dann, wenn Teamkollege Mikhalchik nicht ausfällt. „Wir haben im Training gesehen, dass es machbar ist.“ Puffe hatte die Zeitenliste lange angeführt.

Um den zweiten Plätz kämpften bis zum Schluss Ricardo Brink und Erwan Nigon. Brink biss die Zähne zusammen, doch sein Reifen war am Ende. „Ich habe ein Motorengeräusch hinter mir gehört, wusste aber nicht, wer es ist. Ich habe gepusht wie wild, konnte Nigon aber nicht hinter mir halten.“

Beachtlich: Alle fünf Motorradmarken platzierten sich auf den ersten fünf Plätzen. Toni Finsterbusch brachte als Vierter die erste Suzuki ins Spiel und Alessandro Polita als Fünfter die Honda Fireblade.