Kevin Wahr ist mit MVR-Racing in Kontakt, doch Teamchef Mart van Roij muss einen privaten Schicksalsschlag verarbeiten. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Er will fahren. Ans Aufhören ist bei Kevin Wahr wirklich nicht zu denken. Gleich gar nicht, weil er 2018 im Hockenheim-Finale das letzte Rennen gewonnen hat. Der 30-jährige Nagolder gibt die Jagd auf seinen zweiten IDM-Titel in der Klasse Supersport 600 nicht auf. Aber es gibt Hürden.

Kevin Wahr fand 2018 nach einem holprigen Anfang mit Tuner Diego Romero und dem anschließenden Wechsel zum niederländischen MVR-Racing Team auf die Siegerstraße zurück. Am Ende der Saison fehlte ein einziger Punkt zum dritten Platz in der Gesamtwertung.

Das Feuer in Wahr brennt immer noch, er will den Titel nach 2013 ein zweites Mal holen. Es war klar, dass er mit MVR-Racing weitermacht. Doch bis heute fehlt er in den Einschreibelisten der IDM-Fahrer für 2019. Und in drei Wochen ist Saisonstart auf dem Lausitzring.

Nachfrage bei MVR-Teambesitzer Mart van Roij. Was ist passiert? „Meine Frau ist schwer erkrankt und muss sich einer Chemotherapie unterziehen“, spricht der Niederländer ganz offen. Er wird seine Ehefrau in dieser schlimmen Zeit nicht alleine lassen. Der nächste Behandlungstermin fällt genau auf den Saisonauftakt.

Van Roij will Kevin Wahr Gaststarts mit der Yamaha ermöglichen, eine komplette Saison wird es nicht. Wahr respektiert den Entschluss des Chefs, der jetzt andere Prioritäten setzt. „Ich bin kein Freund davon, ständig das Team zu wechseln. Ich habe auch kein Bedürfnis, irgendetwas ohne Mart van Roij zu entscheiden “, sagt er. „Aber ich habe schon vor, die IDM Supersport 600 zu bestreiten. Ich bin immer noch in der Lage zu gewinnen. Für die Rennen, die ich nicht für MVR-Racing fahre, habe ich noch nichts anderes geplant“, winkt er mit dem Zaunpfahl.