Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Markus Schlosser nimmt 2019 den nächsten Anlauf in Richtung Titelgewinn. Text: Anke Wieczorek; Fotos: privat/Thorsten Horn

Es kribbelt wieder. Markus Schlosser, dreifacher Champion in der IDM Sidecar, gibt sein Comeback. Als Beifahrer ist Marcel Fries an Bord.

Schon gewusst? Markus Schlosser hat in seiner bisherigen IDM-Karriere mehr Siege als Superbike-Überflieger Markus Reiterberger geholt. Es steht 41:34. „Ich konnte es beim Zusammenrechnen kaum glauben“, staunt der Schweizer. „Ich bin zwar schon wesentlich länger dabei, aber Reiti hat in kurzer Zeit unheimlich abgeräumt. Ich dachte, er hat uns überholt und war vom Ergebnis echt überrascht.“ Der Vorsprung könnte sich sogar vergrößern. Schlosser will 2019 wieder in der IDM Sidecar und FIM Superside WM mitmischen.

Im Mittelpunkt steht für ihn nach einem Jahr Pause die Rückkehr in die WM. Es ist nicht das erste Mal. Doch halbe Sachen mag der 47-Jährige nicht, alles muss schon im Vorfeld passen, sonst setzt er lieber aus. Im Gegensatz zur IDM jagt er dem WM-Titel bis heute hinterher. Vor drei Jahren scheiterte der gelernte Motorrad-Mechaniker mit seinem damaligen Beifahrer Thomas Hofer nur knapp wegen eines unglücklichen Ausfalls zum Saisonende. Nun kommt der nächste Anlauf.
„Ich bin ein zäher Hund“, sagt Schlosser über sich selbst und wer ihn kennt, stellt das nicht in Frage. Nachdem das Projekt im vergangenen Herbst auf Grund der finanziellen Lage noch auf der Kippe stand, ist der Engpass gelöst.

Schlosser hat in seiner Werkstatt das Fahrzeug aufgebaut. Ein nagelneuer Yamaha R6-Motor arbeitet unter dem LCR-Chassis. Ein anderes kam nicht in Frage. „Als Schweizer fährt man ein Schweizer Produkt“, lässt Schlosser wissen. Das Chassis stammt wirklich noch aus der Ära von Louis Christen, bevor er sein Unternehmen an die britischen Birchall-Brüder verkaufte. Alles ist konventionell aufgebaut. Mit Trockensumpfschmierung und Yamaha-Kitteilen. Schlosser peilt Podiumsplätze an.

Mit dem Fahrzeug will er auch so oft wie möglich, wenn es die Finanzen erlauben, in der IDM antreten, in der die 600er-Gespanne ab jetzt mehr Gewichtung erhalten. Sie starten im gleichen Feld wie die 1000 ccm-Piloten, werden aber separat gewertet.
Die kleinere Hubraumkategorie bietet vor allem WM-Piloten eine Bühne, die neben den Grand-Prix auch in der IDM Rennen fahren wollen. In der WM ist ausschließlich der Einsatz von 600 ccm-Antrieben erlaubt. Mit dem IDM-Terminkalender gibt es keine einzige Überschneidung.

In der IDM wurde seitens der IGG bislang auf die 1000 ccm-Motoren beharrt. Sie bilden auch das Gros des Fahrerfeldes. Schlosser hat noch ein 1000 ccm-Chassis bei sich stehen, „aber es wäre katastrophal, wenn ich in der WM mit 600 ccm Hubraum fahre und in der IDM mit 1000. Wenn, dann mache ich eine Sache. Und diese richtig.“ Sein neuer Beifahrer ist Marcel Fries, bisher beim WM-Zwölften Jakob Rutz im Boot. Sein bisheriger Co-Pilot Thomas Hofer ist in der vergangenen Saison mit Lukas Wyssen gefahren. Schlosser hatte die Beiden technisch betreut und will die Crew nicht splitten. Vom 18. bis 22. März 2019 findet das erste große Training im französischen Val de Vienne statt.